ImPulsTanz: Tino Sehgal widmet sich im KHM der Freude

Eine Auseinandersetzung mit der Freude ist ab dem 29. September in der großen KHM-Ausstellung „Beethoven bewegt“ zu erleben. Das Publikum des Tanzfestivals ImPulsTanz bekommt jedoch schon ab Freitag eine Preview zu sehen. Dann nämlich, wenn es „This Joy“ von Tino Sehgal besucht, der einen Saal der KHM-Ausstellung mit seinen „konstruierten Situationen“ bespielen wird.

Für die Auftragsarbeit hat sich der deutsch-britische Künstler erstmals tiefergreifend mit dem Werk des Komponisten, dessen 250. Geburtstag heuer mit zahlreichen Jubiläumsprojekten gefeiert wird, auseinandergesetzt. „Ich bin in einem unkulturellen Umfeld aufgewachsen“, erzählte der 44-Jährige vorab im APA-Interview. Zwar habe er - „wie fast jeder Mensch“ - die bekanntesten Stücke gekannt, wollte sich für „This Joy“ dann aber mit der Frage auseinandersetzen, „warum diese Kompositionen 200 Jahre später immer noch gehört werden“. Beim Durchhören der Werke „habe ich das dann sofort verstanden“, so Sehgal. Bei der Auswahl der Stücke sei es ihm nicht primär darum gegangen, was ihm persönlich am besten gefalle, sondern auch darum, „dass man einen gewissen Respekt vor den bekanntesten Melodien haben kann, die von vielen Generationen geschätzt wurden und sich bis heute gehalten haben“.

Neun Tänzerinnen und Tänzer werden - im Raum verteilt - abwechselnd A-Capella-Versionen der ausgewählten Werke - darunter der Erste Satz der 5. Symphonie oder der „Egmont“-Ouvertüre - anstimmen. Sehgal hat zu den verschiedenen Kompositionen jeweils einen einzelnen Körperteil choreografiert. Geprobt wurde in Berlin, drei Tage vor der ImPulsTanz-Premiere finden die Proben schließlich im Kunsthistorischen Museum statt. Einen Bezug zu den in der Ausstellung „Beethoven bewegt“ gezeigten Bildern werde es jedoch nicht geben.

Mit der titelgebenden Freude es hat Sehgal übrigens selbst nicht so, wie er verrät. „Ich bin nicht so talentiert, Freude zum Ausdruck zu bringen“, lacht der in London geborene Künstler, der es interessant fand, sich dem selbst zu stellen. „Es ist ein Versuch, sich der Freude anzunähern, aber vielleicht nicht in jedem Moment. Es gibt ja auch die stille Freude, den Genuss des Augenblicks. Nicht jede Freude äußert sich gleich.“

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte