19-jährige Konditormeisterin aus Vomp verwirklichte ihre Träume

Lea Shivani Kogler ist eine der jüngsten Konditormeisterinnen im Land. Kürzlich eröffnete die 19-Jährige ihr eigenes Café in Vomp.

Lea Shivani Kogler (r.) gestern bei Vorbereitungen in ihrer Backstube, wo Mitarbeiterin und Konditorin Sarah Kreidl sie unterstützt.
© Dähling

Von Angela Dähling

Vomp – Sie war gerade mal sieben Jahre alt, da stand für Lea Shivani Kogler bereits fest: „Ich will Konditorin werden.“ Und während die anderen Mädchen in ihrem Alter Kinderbücher lasen, steckte die kleine Vomperin ihre Nase am liebsten in Backbücher und Rührschüsseln. „Meine Oma buk mit mir und mit 8, 9 Jahren begann ich zu experimentieren, indem ich Rezepte abänderte“, blickt sie zurück. Und jetzt, mit gerade mal 19 Jahren, hat sie es geschafft und sich ihren Kindheitstraum in einer Art Rekordtempo erfüllt.

Denn Lea Shivani Kogler ist nicht nur eine der jüngsten Konditormeisterinnen im Land, sondern macht auch als Jungunternehmerin von sich reden. Sie hat in der Gärtnerei ihrer Eltern ein Café eröffnet.

Mit sieben beschloss ich, vegetarisch zu leben und meinen Berufsweg einzuschlagen.
Lea Shivani Kogler (Konditormeisterin)

Der Weg bis dorthin war geprägt von Disziplin und dem Streben, das gewünschte Ziel rasch zu erreichen: Nach dem Poly fing die Vomperin eine Konditorlehre im Café Hacker in Rattenberg an. „Da wird noch richtiges Handwerk gelehrt und ich durfte mich richtig ausleben in dem Beruf“, schwärmt sie. Dass sie bei Lehrlingswettbewerben glänzte und den Lehrabschluss im Sommer 2019 mit ausgezeichnetem Erfolg schaffte, sei nur nebenbei erwähnt.

Gleich darauf begann sie erfolgreich den Meisterkurs zu absolvieren und sofort anschließend die Unternehmerprüfung in Angriff zu nehmen. „Das war im März, April und ging daher Corona-bedingt nur online“, erzählt sie. Den Traum vom eigenen Café auf der Westseite der elterlichen Gärtnerei verfolgte Lea da bereits seit mehr als zwei Jahren. Unterstützt von ihren Eltern erfolgten die Umbauarbeiten – mitten im Corona-Lockdown, wo auch Baumaterialien zeitweise nur online erhältlich waren. Doch die junge Konditormeisterin ließ sich durch Infiziertenzahlen und düstere Wirtschaftsprognosen weder ängstigen noch von ihren Plänen abbringen. „Eine Nachbarin bot mir an, ihre Backstube zu übernehmen. Das war die Chance“, erzählt Lea Shivani Kogler, wie sich dann eins ins andere fügte. Sie kaufte ihr das Backstubeninventar ab und mietete die Räumlichkeit unweit ihres Cafés.

So viel positives Feedback von Gäs­ten: Da weiß ich dann, wofür ich das mache.
Lea Shivani Kogler (Konditormeisterin)
Blick ins Café Shivani, das an eine Gärtnerei angebaut wurde.
© Café Shivani

Seit 25. Juli ist sie nun Chefin in ihrem eigenen Café namens „Shivani“ samt Konditorei. Zwei Angestellte hat sie, die Eltern und ihr Freund helfen auch kräftig mit. Elf-Stunden-Arbeitstage sind die Regel für die 19-Jährige. „Als Angestellte wäre das auf Dauer zu viel. Aber ich tue es für mich, ich bin jung und es ist meine Passion“, sagt die Vegetarierin, die privat übrigens für Süßes nichts übrig hat. „Ich mag’s pikant“, verrät sie. Beste Qualität bei den Zutaten, Verzicht auf Triebmittel und die alte Handwerkskunst modern optisch umzusetzen, sind ihr wichtig. „Ich habe viel investiert, aber die Resonanz ist super. So viel positives Feedback von den Gästen: Da weiß ich dann, wofür ich das mache“, freut sich die Jungunternehmerin.


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