Pfunds pflegt charakteristische „Stadel-Kultur“ mit Förderprojekt
Bei Renovierung in alter Blockbauweise und mit Schindeldach gibt es Fördergeld.
Pfunds – Das prächtige Panorama der Pfundser Tschey-Wiesen (1600 bis 1700 m) steht bei Naturfreunden, Wanderern und Bikern hoch im Kurs – fast das ganze Jahr. Einheimische behaupten, die Tschey sei das schönste Hochtal Tirols.
Am Wochenende, oft auch unter der Woche, sind die Parkplätze am Eingang restlos gefüllt. „Es ist kein Landschaftsschutzgebiet, aber wir wissen, was uns die Tschey wert ist“, stellt Bürgermeister Rupert Schuchter fest.
Charakteristisches Merkmal in der reizvollen Landschaft sind rund 100 Holzstadel, die meisten in alter Blockbauweise und mit Schindeldach errichtet. „Es liegt uns viel daran, dass der ursprüngliche Charakter der Tschey erhalten bleibt.“ Das sehen auch die Touristiker mit Obmann Toni Monz so. Man habe überlegt, wie man die Stadel-Besitzer, Bauern aus dem Dorf, motivieren könnte, im Sanierungsfall die alte Bauweise anzuwenden. „Wir möchten kein Blechdach oder irgendwelche Fertigbauteile haben, die nicht in das Ensemble passen“, erklärt der Bürgermeister, der das Gespräch mit Landesrat Johannes Tratter suchte.
Letzterer habe seine Unterstützung zugesagt. So entstand die Idee zum Förderprojekt mit Mitteln der Abteilung Dorferneuerung, der Gemeinde Pfunds und des TVB. Es gibt eigene Richtlinien zum Schnittholz und zu den Dachschindeln. Die ersten Stadel-Besitzer haben die Förderung bei der Gemeinde bereits beantragt. „Schwarzbauten können nicht gefördert werden“, schmunzelt Schuchter. „Die Bauordnung ist selbstverständlich einzuhalten, die Gebäude werden nach ihrer Restaurierung überprüft.
Um die Bauern in anderen Weilern nicht zu benachteiligen, gelte das Förderprojekt für alle Blockbauten im Gemeindegebiet. (hwe)