Inklusion macht Schule im Schloss Lengberg in Nikolsdorf

Das Aufbauwerk der Jugend auf Schloss Lengberg ist Teil eines großen sozialen Netzes.

Jobcoach Christian Burkia, die Leiterin des Jobtrainings in Nikolsdorf, Hildegard Goller, Landesrätin Gabriele Fischer und Philipp Pilgram, Geschäftsführer des Aufbauwerks (v. l.) vor Schloss Lengberg.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Nikolsdorf – Seit Juli 2018 gilt das Tiroler Teilhabegesetz. Es zielt auf die Inklusion von Menschen mit Behinderung ab. „In einer inklusiven Gesellschaft müssen Menschen mit Behinderungen ihre Bedürfnisse nicht an die Gegebenheiten anpassen, sondern die Gegebenheiten werden auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten“, beschreibt Soziallandesrätin Gabriele Fischer die Inklusion. Wie das neue Teilhabegesetz in der Praxis gelebt wird, davon machte sich Fischer ein Bild auf Schloss Lengberg in der Osttiroler Gemeinde Nikolsdorf. Dort findet sich einer der fünf Tiroler Standorte des Aufbauwerks der Jugend. 30 Jugendliche zwischen 15 und 22 Jahren leben dort und bereiten sich mit professioneller Unterstützung auf den Eintritt ins Arbeitsleben vor. „Die jungen Leute können bis zu fünf Jahre bei uns bleiben“, erläutert Tirol-Geschäftsführer Philipp Pilgram. „Sie haben Praxismodule, zum Beispiel in einer Großküche oder in einer Tischlerei. Außerdem gibt es Schulungen in lebenspraktischen Dingen, zum Beispiel dem Umgang mit Geld.“ Die Aufgabe von Jobcoach Christian Burkia ist es, Kontakte mit Firmen zu knüpfen und eine Arbeitserprobung zu organisieren. „Die Nachfrage nach einem Platz auf Schloss Lengberg ist groß“, weiß Leiterin Hildegard Goller. „Wir haben Jugendliche aus Ost- und aus Nordtirol.“

Das Aufbauwerk der Jugend ist eine von mehr als zehn Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderung in Tirol Unterstützung finden. Andere sind die Arbeitsassistenz, die Lebenshilfe, pro mente, der Gehörlosenverband oder die Diakonie. In Osttirol werden 772 Personen nach dem Teilhabegesetz gefördert und in ihrer Selbstbestimmung unterstützt.

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