Nicht nur die Kufsteiner Judokas bangen wegen Corona um die Zukunft

Der Kufsteiner Judoklub kämpft mit den Auflagen für den Indoor-Sport. Wie alle Vereine. Es könnte eine Überlebensfrage werden.

Vor dem Trainingsbeginn wird im Kufsteiner Judozentrum Fieber gemessen, der Mund-Nasen-Schutz ist ohnedies obligatorisch.
© Otter

Von Wolfgang Otter

Kufstein – Judokas wissen sich zu wehren. Aber der winzige Corona-Virus wirft auch sie auf die Matte. Die neuen gesetzlichen Einschränkungen für den Indoor-Sport treiben dem Kufsteiner Judoclub-Obmann Walter Gasteiger den Schweiß auf die Stirn. Der altgediente Funktionär blickt mit Sorge auf die nächsten Monate. „Wir haben alle Kurse und Trainingszeiten fixiert und den neuen Infofalter bereits gedruckt“, erklärt Gasteiger. Das gelte auch für diverse Kurse.

Das Infoblatt kann er einstampfen, denn künftig dürfen maximal zehn Personen und der Trainer gleichzeitig in der Halle des Judocenters trainieren. Für eine zweite Gruppe ist sie zu klein, könnten die geforderten Abstände nicht eingehalten werden. Diese österreichweite Regelung trifft zum Beispiel auch Yogakurse oder Karatetraining. Ausgenommen sind Mannschaftssportarten.

Betroffen sind nicht nur die Kufsteiner Judokas, wie Hubert Piegger, Präsident des ASVÖ, beschreibt. „Das ist und wird für viele Vereine ein Problem“, weiß Piegger von Anrufen irritierter und ratloser Funktionäre aus dem ganzen Land im Büro des Dachverbands zu berichten. Der ASVÖ versuche mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, unter anderem stelle man für Turniere etc. einen Corona-Beauftragten, falls der vereinsintern nicht vorhanden sei. Aber gegen gesetzliche Vorgaben könne man nichts machen. Für die Kufsteiner Judokas werden indes die neuen Trainingsauflagen zu einer Überlebenfrage in der Nachwuchsarbeit. „Wir hatten heuer bereits an die 30 Schnupperkinder, die beginnen wollten. So wie es jetzt aussieht, müssen wir alle abweisen, wir können keine neuen Kinder mehr nehmen“, bedauert Gasteiger. Und mehr noch: Es drohe überhaupt, dass nicht alle 300 Mitglieder hinkünftig trainieren können. Derzeit sind im Nachwuchsbereich bis zu 30 Kinder in einer Gruppe, durch die neuen Bestimmungen müssten diese aufgeteilt werden, was mehr Trainer erfordert. „Aber die stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung“, sagt Gasteiger, der auch auf die finanziellen Auswirkungen hinweist. Mehr Trainingsstunden und verlorene Mitgliedsbeiträge reißen ein ordentliches Loch in die Vereinskasse.

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