Hofer-Chef Horst Leitner: „Keine Ansteckung im Handel“

Nach dem heurigen Umsatzplus hofft Hofer-Chef Horst Leitner 2021 auf „Nullwachstum“. Corona brachte mehr heimische Waren in die Regale.

Hofer-Chef Horst Leitner und HoT-Chef Michael Krammer zählen erstmals mehr als 1 Million Kunden beim Diskont-Mobilfunker.
© Hofer KG/Rastegar

Von Stefan Eckerieder

Wien – Der Lebensmittelhandel profitiert aktuell von den Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Die Umsätze werde man im nächsten Jahr nicht halten können, die Mitarbeiter sehr wohl, sagt Horst Leitner, Generaldirektor beim Diskonter Hofer.

„Der Markt wird übers Jahr gesehen etwa 4 bis 6 Prozent wachsen“, sagt Leitner. Der Großteil des Mehrumsatzes sei im Lockdown erwirtschaftet worden, aber auch jetzt lägen die Umsätze noch über dem normalen Niveau. Im kommenden Jahr, wenn sich die Lage wieder normalisieren sollte, rechnet man bei Hofer aber mit Umsatzrückgängen: „Unsere Hoffnung ist, dass es im nächsten Jahr ein Nullwachstum wird.“

Engpässe, etwa bei Hygieneartikeln, habe es nur kurzfristig gegeben. „Die Transport- und ­Lagerkapazitäten waren auf so etwas nicht ausgelegt. Das hat sich aber wahnsinnig schnell ­normalisiert“, erklärt der Hofer-Chef. Man habe dann rasch auf Produktionsstrukturen in Österreich zurückgreifen können. „Die Erkenntnis war dann, dass es gut ist, dass wir die österreichischen Strukturen unterstützen und so viel wie möglich aus Österreich beziehen. Wir haben die Tatsache genutzt, dass die Gas­tronomie und Kunden im Großhandel weggebrochen sind, um das gesamte Frischfleischsortiment bei Hofer auf Österreichisch umzustellen. Das bleibt auch so“, sagt Leitner.

Für die Mitarbeiter im Verkauf und in der Logistik habe es beim Diskonter Bonuszahlungen von 10 Prozent gegeben. „Diese Mitarbeiter haben teilweise viele Stunden am Wochenende gearbeitet, um die Filialen wieder zu füllen. Zudem müssen sie weitgehend mit Masken arbeiten.“ So würden die Mitarbeiter im Handel laut Leitner dabei helfen, dass es zu keinem zweiten Lockdown kommt. „Es gibt keinen bestätigten Fall, bei dem sich jemand irgendwo im Handel angesteckt haben könnte.“

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Neue Mitarbeiter, die man bei Hofer eingestellt hat, um das zusätzliche Geschäft bewältigen zu können, will man laut dem Hofer-Chef im Konzern halten. „Der Handel ist im Grunde immer am Rekrutieren. Wir werden den Mitarbeiterstand auch nicht mehr abbauen, wenn es mit den Umsätzen wieder runtergehen sollte.“

HoT erwartet 5G-Boom erst 2022

Zufrieden mit der Einführung der Mobilfunkmarke HoT vor fünf Jahren zeigten sich gestern HoT-Chef Michael Krammer und Hofer-Chef Horst Leitner bei einer Pressekonferenz. Obwohl die Zahl der SIM-Karten für Telefonie und Breitband seit 2015 nahezu stagniert, hat die Mobilfunkmarke des Diskonters Hofer im September 2020 die Marke von 1 Million Kunden durchbrochen.

HoT ist als virtueller Mobilfunker im Mobilfunknetz von Magenta eingemietet. Obwohl der 5G-Netzausbau voranschreitet, erwartet Krammer, dass der neue Mobilfunkstandard erst 2022 im Massenmarkt ankommt. Dann würden preiswerte Endgeräte verfügbar sein, so der HoT-Chef.

HoT war gestartet, nachdem „Drei“ den Konkurrenten Orange geschluckte und die Handytarife stiegen. Mit seinem Haupttarif um 9,90 Euro im Monat trieb HoT der Konkurrenz Sorgenfalten auf die Stirn. Seit 2019 bietet Hot auch ein unlimitiertes Breitbandangebot. Dieses nutzen derzeit rund 60.000 Kunden.


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