Mehr als nur drei Fragezeichen vor dem Start der neuen Eishockey-Saison

Vor dem Saison-Auftakt der ICE Hockey League am Freitag haben die elf Clubs aus vier Ländern viele Sorgen.

© gepa

Innsbruck, Wien – ICE statt EBEL. Nicht nur das Kürzel in der am Freitag beginnenden neuen Saison der grenzüberschreitenden österreichischen Eishockey-Liga ist ein neues. Auch der Free-TV-Partner (Puls 24 statt Servus TV/auch Pay-TV-Sender Sky überträgt ein Spiel pro Rund­e) und der Sponsor (bet-at-home folgte auf die Erste Bank) haben sich verändert (siehe Factbox rechts).

Doch von Aufbruchstimmung war bei der gestrigen Saisoneröffnungs-Pressekonferenz keine Spur, denn das Coronavirus lässt die Sorgenfalten auch am Eis tiefer werden. Allgemein gesprochen steht die Liga vor ihrer schwierigsten Situation seit 20 Jahren, als zur Jahrtausendwende beim großen Crash plötzlich nur noch die beiden Kärntner Clubs KAC und VSV übrig waren.

ICE-Präsident Jochen Pildner-Steinburg, auch Präsident der Graz99ers, schätzt den Einnahmenausfall der Clubs auf 15 bis 30 Prozent ein. „Es ist eine sehr herausfordernde Zeit“, sagte der Steirer. „Aber wir wollen auch, dass wir ein Signal setzen, dass man in den schwierigen Zeiten Sport betreiben kann“, so Pildner-Steinburg. Auch Geschäftsführer Christian Feichtinger will die Situation nicht beschönigen. „Werden wir komplett verschont bleiben? Wahrscheinlich nicht. Wir schauen Schritt für Schritt, dass wir so viel Eishockey wie möglich vor so vielen Zuschauern wie möglich haben“, betonte er.

Neben lokal unterschiedlichen Vorgaben – beim HCI dürfen zum Beispiel 985 Fans in die Tiwag-Arena – bleibt auch die Problematik der Grenzübertritte, sind doch mit Bozen, Fehervar und Neueinsteiger Bratislava Mannschaften aus vier Ländern im Einsatz. Im Falle des Falles scheint daher auch ein Szenario, die Meisterschaft geografisch zu reduzieren und als rein österreichische Liga fertig zu spielen, vorstellbar.

Sportlich werden HCB Südtirol, RB Salzburg und der KAC favorisiert, auch die Vienn­a Caps werden hoch eingeschätzt. „Wichtig wird, wie mental stark die Mannschaft ist. Du hast vielleicht in ein paar Partien nicht alle Spieler zur Verfügung“, meinte KAC-Manager Pilloni. (t.w., APA)

Was gibt es Neues?

Der Name: Aus der EBEL (Erste Bank Eishockey Liga) wurde die bet-at-home ICE Hockey League, kurz ICE.

Der Sponsor: Mit bet-at-home wurde eine Vereinbarung für drei Saisonen mit einer Option auf zwei weitere getroffen.

Die Teilnehmer: Anstelle von Znojmo, das wegen der Corona-Auswirkungen pausiert, sind die Bratislava Capitals eingestiegen. Damit sind weiter elf Clubs aus vier Ländern dabei.

Der TV-Partner: Puls 24 (mit dem Schwesternsender Puls 4) ist der neue Free-TV-Partner, der ein Spiel pro Woche live zeigt. Bis zu 45 Spiele sind garantiert, Haupt­sendetermin ist Sonntag. Sky ist als Pay-TV-Partner erhalten geblieben und zeigt ca. 50 Livespiele, dazu kommt neu ein wöchentliches Magazin.

Streaming: Die Liga hat von den TV-Partnern die Rechte bekommen und ist dabei, die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Damit soll Fans die Möglichkeit geboten werden, trotz beschränkter Zuschauerzahl die Matches verfolgen zu können.


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