SVP bleibt stärkste Partei in Südtiroler Gemeinden

Der erste Stimmungstest nach der Corona-Pandemie zeigte ein kaum verändertes Bild. Auch die Wahlbeteiligung lag mit 65,4 Prozent nur einen Prozentpunkt unter dem Wert von 2015. Da die Wahl zeitgleich mit einem Referendum zur Verkleinerung des römischen Parlaments stattfand, wurde mit der Stimmauszählung erst Dienstagfrüh begonnen.

Während in den größeren Städten Leifers, Bruneck und Brixen ein Kandidat bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erringen konnte und damit gewählt ist, wird es in Meran und Bozen zu einer Stichwahl am 4. Oktober kommen. In den übrigen Gemeinden, die weniger als 15.000 Einwohner haben, entscheidet sich die Bürgermeisterwahl bereits im ersten Wahlgang. Hier genügte die einfache Mehrheit.

In Bozen muss sich Amtsinhaber Renzo Caramaschi vom PD, der von verschiedenen Mitte-Links-Parteien und den Grünen unterstützt wird, in zwei Wochen in einer Stichwahl Roberto Zanin stellen, der ein Mitte-Rechts-Bündnis anführt. Die beiden sind nahezu gleich auf und konnten jeweils knapp unter 34 Prozent der Stimmen erringen.

In Meran kommt es am 4. Oktober ebenfalls zu einem Stechen. Hier entscheidet sich, ob der amtierende Bürgermeister, Paul Rösch, der eine eigene Liste im Bündnis mit den Grünen, Team K und der Links-Partei anführt, das Rennen macht - oder ob Dario Dal Medico, der einem Mitte-Rechts-Bündnis vorsteht, ihn ablösen wird. Der Kandidat der SVP schaffte es nicht in die Stichwahl.

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In den größeren Städten - vor allem in Bozen, Meran und Bruneck - konnte sich die Lega, Koalitionspartner der SV auf Landesebene, bei der Wahl der Gemeinderäte weit vorne positionieren. Sie bestätigt sich damit als stärkste Partei der italienischsprachigen Bevölkerung. Die Fünf-Sterne-Bewegung verlor hingegen deutlich an Boden.

In den kleineren Gemeinden dominierte die SVP. In zahlreichen Gemeinden hatte sie allerdings Konkurrenz von Bürgerlisten, die zum Teil sehr gut abschneiden konnten. Die Freiheitlichen und die Südtiroler Freiheit spielen auf Gemeindeebene eine meist untergeordnete Rolle.

Ein äußerst knappes Ergebnis brachte die Wahl in Sterzing, wo die SVP angetreten war, um der Bürgerliste das höchste Amt in der Gemeinde abzunehmen. Der SVP-Kandidat scheiterte mit nur drei Stimmen Unterschied. Auch in Auer konnte sich der Kandidat der Bürgerliste mit nur drei Stimmen Vorsprung gegen den SVP-Bewerber durchsetzen.

In Kaltern entschied die SVP-Kandidatin mit 82,7 Prozent der Stimmen die Wahl klar für sich. Die hohe Anzahl von 44,6 Prozent an ungültigen Stimmen, lässt allerdings vermuten, dass die Wähler damit ihren Unmut zum Ausdruck bringen wollten. Auch in anderen Gemeinden, wie Tirol oder Aldein, wo sich nur ein Kandidat für das Amt des Bürgermeisters beworben hatte, fiel die Zahl der ungültigen Stimmen mit 43,9 Prozent bzw. 46,1 Prozent auffallend hoch aus.

Der Anteil der Bürgermeisterinnen bleibt in Südtirol auch weiterhin gering. Einige Bürgermeisterinnen wurden im Amt bestätigt, drei wurden abgewählt und einige sind neu hinzugekommen. Künftig werden es 13 Frauen sein, die in Südtirol Gemeinden vorstehen. Das ist eine mehr als bisher.


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