Ministerium fordert einfacheren Zugang zu Psychotherapie

Der Zugang zur Behandlung psychischer Erkrankungen soll niederschwellig, qualitätsvoll und für alle Menschen ermöglicht werden. Auf dieses Ziel haben sich am Dienstag Politiker, Vertreter der Betroffenen sowie relevanter Berufsgruppen - Psychotherapeuten, Psychologen, Angehörigenvertreter, Psychiater und andere Ärzte - sowie Proponenten der Sozialversicherung bei einem virtuellen Runden Tisch verständigt. Zu diesem hatte Gesundheitsminister Rudolf Anschuber (Grüne) geladen.

„Wir brauchen Gleichbehandlung – der Zugang zur psychischen Versorgung ist genauso wichtig wie jener bei körperlichen Erkrankungen“, sagte Anschober. „Vor allem was den niederschwelligen Zugang und die finanziellen Hürden betrifft, haben wir nach wie vor Aufholbedarf in der Behandlung von psychischen Erkrankungen in Österreich. Die aktuelle Corona-Krise wird diese Situation noch weiter verschärfen und stellt Betroffene und ihre Angehörigen vor neue Herausforderungen.“

Der Runde Tisch habe „deutlich gezeigt, dass wir nur alle gemeinsam im Sinne der Patient/innen Lösungen finden können“, sagte Gaby Schwarz, Gesundheitssprecherin des Koalitionspartners ÖVP. „Gerade die Corona-Pandemie lässt erkennen, wie wichtig es ist, auf die psychische Gesundheit zu achten und in diesem Bereich für eine hohe Ausbildungs- und Behandlungsqualität und entsprechende Finanzierung zu sorgen.“

Es brauche ein neues Psychotherapiegesetz, „das eine Akademisierung der Psychotherapieausbildung - kompatibel mit den entsprechenden Vorschriften über Ausbildungswege in Deutschland und der Schweiz - vorsieht“, betonte Schwarz. Vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie sei noch viel zu tun.

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