Ängste entwickelt: „Schulstart zeigt erste Schwierigkeiten“

(Symbolbild)
© Taylor Wilcox/Unsplash

Innsbruck, Telfs – Die Schule hat zwar erst begonnen, erste Schwierigkeiten der Umstellung zeigen sich aber bei Kindern und Jugendlichen bereits jetzt: „Ein Teil der Schüler, die im vergangenen Schuljahr im Home-Schooling den Stoff erarbeiten sollten, haben sich im Laufe des Lockdowns ausgeklinkt. Für manche ist der Weg zurück in die Schule mit Unbehagen und Angst verbunden. Einigen gelingt es nicht, den Schulstart zu bewältigen. Sie ziehen sich zurück, zeigen depressive Symptome bis hin zu Suizidalität“, sagt Psychotherapeutin Marion Gasser, Vorstandsmitglied des TLP.

In solchen Situationen sei es wichtig, wenn es ausreichend psychosoziale Hilfe gibt. „Im Lockdown haben sich viele Probleme aufgetan, manche Schüler haben Ängste entwickelt“, sagt auch Direktor Walter Nigg vom Innsbrucker Bundesrealgymnasium Adolf-Pichler-Platz (APP). Deshalb sei das dort laufende Pilotprojekt „Psychotherapeutische Grundversorgung Schule“ nun besonders wertvoll.

Ergänzend zur Schulpsychologie steht einmal wöchentlich eine Psychotherapeutin zur Beratung von Schülern und auch Eltern zur Verfügung. Wie an zwei weiteren Gymnasien ist das Angebot über Elternvereine bzw. zumindest beim APP vorerst über den Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie mitfinanziert – mit dem Ziel der Finanzierung von öffentlicher Seite. Es gehe darum, Probleme früh genug zu erkennen: „Sollte eine Psychotherapeutische Behandlung das Mittel der Wahl sein, wäre der Weg dorthin nicht mehr so tabu“, sagt Gasser. Auch wenn bei der ÖGK versicherte Kinder in Tirol sofort und gratis bis zu sieben Stunden Psychotherapie in Anspruch nehmen können, wäre ein Ausbau an Schulen gerade jetzt in der Krise wichtig. (lipi)

☎️ Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizidgedanken betroffen sind, finden Sie hier Hilfe:

Die Telefonseelsorge ist unter 142 kostenfrei rund um die Uhr jeden Tag erreichbar. Die Beratung ist vertraulich. Mail- und Chatberatung: www.onlineberatung-telefonseelsorge.at

Rat auf Draht: kostenloser Notruf für Kinder und Jugendliche, Tel. 147 (ohne Vorwahl) rund um die Uhr, www.rataufdraht.at

➤ Pro mente: https://promente-tirol.at/de/

Psychiatrische Ambulanz der Innsbrucker Klinik: +43 (0)50 504 23648

Notaufnahme des MZA, Anichstraße 35, Innsbruck: +43 (0)50 427 057

Psychosozialer Dienst in Hall in Tirol: www.psptirol.org, +43 (0)52 2354 9 11

Kriseninterventionsdienst des Roten Kreuzes: Notruf 144


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