Wanderweg am Musauer Berg nach Felssturz wieder offen

Ein Felssturz am Musauer Berg beschäftigte die Landesgeologen in den letzten Tagen intensiv. Mehrere hundert Kubikmeter Gestein landeten auf einem Forstweg. Inzwischen gibt es leichte Entwarnung.

Mehrere hundert Kubikmeter Gestein lösten sich am Musauer Berg.
© Wachter

Von Simone Tschol

Musau – Vom Musauer Berg zu Tal donnernde Felsbrocken ließen vergangene Woche die Alarmglocken bei Bürgermeister Sieghard Wachter schrillen. Gemeinsam mit dem Waldaufseher machte er sich auf den Weg zur Abbruchstelle. „Ich habe auch umgehend den Landesgeologen Thomas Figl informiert. Dieser war zufällig im Außerfern und kam am selben Tag noch vorbei“, erzählt Wachter. Der Dorfchef sperrte sofort den darunterliegende Forstweg. Auch der Wanderweg zum Achselkopf – ein „Zubringer“ zur Musauer Alm – wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Seither herrschte Ungewissheit, ob es zu weiteren Felsstürzen kommt oder sich der Hang beruhigt.

Ein Erkundungsflug sollte neue Erkenntnisse bringen. Figl: „Wir sind das Gebiet abgeflogen und haben die Abbruchstelle vom Hubschrauber aus inspiziert. Anders ging es nicht, da es sich dort um sehr steiles und unzugängliches Gelände handelt.“

Einige massive Brocken landeten auf dem darunterliegenden Forstweg.
© Wachter

Gestern trafen Landesgeologe und Bürgermeister erneut in Musau zusammen, um die weitere Vorgehensweise zu beraten. „Wir schauen uns das jetzt noch mal vom Boden aus an, um dann zu entscheiden, wie es weitergehen soll“, meinte Figl noch am Vormittag auf dem Weg zum Musauer Berg. Prognosen wollte er zu diesem Zeitpunkt noch keine abgeben.

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Beim Lokalaugenschein am späten Vormittag machte sich Figl dann ein genaues Bild der Lage. „Es ist schwer zu sagen, wie viel Gesteinsmassen heruntergegangen sind, aber einige hundert Kubik sind es auf jeden Fall. Oder anders gesagt: Es ist mehr als ein Block, aber nicht der ganze Berg.“ Nach kurzer Beratung folgte dann die Entwarnung. Figl: „Es gibt für uns derzeit keine Anzeichen dafür, dass akut ein neuerliches Ereignis bevorsteht. Wir haben den Berg jetzt auch ein paar Tag­e beobachtet, aber es deutet momentan nichts darauf hin, dass ein weiterer Felssturz droht. Natürlich gibt es immer eine Gefährdung. Man sieht im Wald auch deutliche Spuren, dass sich auch vor dem Großereignis immer wieder Steine gelöst haben. Aber ich würde sagen, dass die Gefährdung nicht höher ist als zuvor.“

Erleichtert über die Expertise des Geologen zeigt sich auch Bürgermeister Wachter. „Der Wanderweg wird ab Donnerstag wieder offen sein. Gleiches gilt für den Forstweg. Dort werden wir nächste Woche die Felsbrocken wegräumen, damit der Weg wieder komplett einsatzbereit ist“, sagt der Ortschef, der den Hang jedoch weiterhin genau im Auge behalten wird: „Dort haben sich auch schon früher immer mal wieder Steine gelöst, allerdings nicht in solch einer Intensität wie jetzt.“

Der Fall in Musau ist zwar der einzige, der Thomas Figl derzeit im Außerfern beschäftigt. Zu tun gibt es für den Fachbereichsleiter und sein Team jedoch einiges. Figl: „Wir haben sozusagen einig­e Baustellen landauf, landab. Zahlreiche Fälle im Bezirk Landeck sowie jener im hinteren Ötztal, zwischen Zwieselstein und Obergurgl, dort wird ja gerade gebaut, haben uns die letzten Wochen und Monate beschäftigt. Alles in allem war es ein normaler Sommer.“


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