Deutsche Reisewarnung für Vorarlberg „harter Schlag“

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hat am Donnerstag die deutsche Reisewarnung für sein Bundesland als „harten Schlag“ bezeichnet. Diese Maßnahme werde den Tourismus intensiv treffen und auch Auswirkungen auf Gastronomie und Handel haben. Der Regierungschef erklärte, dass man gemeinsam mit der Bevölkerung alles unternehmen müsse, die Covid-19-Fallzahlen einzubremsen. „Dann besteht auch eine Chance für den Wintertourismus“, unterstrich Wallner.

Vorarlberg wurde am Mittwochabend auf Grundlage der Analyse des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin als Risikogebiet eingestuft. Das Land liege in der Inzidenz derzeit bei mehr als 60 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, wer mehr als 50 Fälle aufweise, müsse mit der Bewertung als Risikogebiet rechnen. Die Entscheidung des Instituts sei „nicht ganz überraschend“ gekommen, räumte Wallner ein. Ziel müsse es sein, „eine stabile Lage unter 50 für zwei bis drei Wochen“ zu erreichen. In dem Fall würde man unter Mithilfe von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Berlin vorstellig werden, um von der Risikogebietsliste gestrichen zu werden.

Wallner, Grünen-Chef Johannes Rauch als Koalitionspartner und der für Sicherheit und Tourismus zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) appellierten dazu ein weiteres Mal eindringlich an die Bevölkerung, die zur Pandemie-Bekämpfung beschlossenen Maßnahmen vom Bund und vonseiten des Landes mitzutragen. „Die Lage ist ernst“, stellte etwa Wallner fest, es gehe im Kampf gegen Covid-19 um das „große Ganze“. Diesbezüglich kündigte er auch an, dass auf der Corona-Ampel mit einer orangen Einfärbung der gesamten Ballungsräume Rheintal und Walgau zu rechnen sei. Damit wird eine massive Beschränkung der Zuschauerzahlen bei Veranstaltungen einhergehen - indoor werden maximal 250 Besucher erlaubt sein, outdoor 500. Die bundesweite Regelung ist diesbezüglich deutlich großzügiger (indoor: 1.500, outdoor: 3.000).

Gantner betonte, dass die Grenze zwischen Deutschland und Vorarlberg weiter offen sei und bleibe. Für die Einreise nach Deutschland müssen Vorarlberger nun aber einen negativen Covid-19-Test in der Tasche haben, der nicht älter als 48 Stunden ist, sonst muss man in Quarantäne. „Grenzkontrollen sind keine vorgesehen, es handelt sich um eine Selbstverpflichtung“, sagte Gantner. Davon ausgenommen ist neben dem Güter- und Warenverkehr auch der Pendlerverkehr.

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Umgekehrt von der Testpflicht ausgenommen sind Deutsche, die sich weniger als 48 Stunden in Vorarlberg aufhalten. Sie dürfen aber nicht an einer kulturellen Veranstaltung, einem Sportereignis, einer Freizeitveranstaltung oder einer öffentlichen Feier teilgenommen haben.

An eine Verschärfung der Maßnahmen sei in Vorarlberg vorerst aber nicht gedacht, betonte Wallner. Man wolle nun die Entwicklung der Corona-Zahlen in den nächsten Tagen und Wochen abwarten. „Wenn wir richtig handeln, gehen die Infektionszahlen hinunter“, zeigte sich Wallner überzeugt. Es seien mehrere hundert Personen in Vorarlberg in der Pandemie-Bekämpfung tätig, „wir haben sehr gute Werkzeuge und sind sehr gut aufgestellt“, so der Landeshauptmann.


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