Tirols ARBÖ-Präsident: „Gefährliche Raser aus dem Verkehr ziehen“

Für Tirols ARBÖ-Präsident Helmut Glantschnig gibt es beim „Autonomen Fahren“ viele Fragen.

Tirols ARBÖ-Präsident Helmut Glantschnig will mit dem Club zulegen.
© ARBÖ

Innsbruck – Wegen des Schneechaos konnte Glantschnig im November 2019 nicht zur entscheidenden Sitzung nach Innsbruck fahren – gewählt wurde er aber trotzdem. „In Abwesenheit, aber mit 100 Prozent der Stimmen“, so der ARBÖ­-Präsident bei einem Besuch bei der TT.

Etwa 400.000 Mitglieder hat der Mobilitätsclub, der zwar vorwiegend Autofahrer betreut, aber etwa ebenso Motorrad-, Rad- und E-Scooter-Fahrer in ganz Österreich. In Tirol seien es rund 30.000 Mitglieder, sagt Glantschnig. Mit der Eröffnung des neuen Prüfzentrums in Reutt­e habe man im Vorjahr den letzten weißen Fleck auf der ARBÖ­-Landkarte in Tirol beseitigt. Jetzt sei man in allen Bezirken vertreten, im Bezirk Kufstein mit zwei Standorten (Kufstein und Wörgl). Die häufigsten Einsätze betreffen Reifen, Batterien und die Elektronik, man mache aber auch Klima-Checks, Windscheiben-Reparaturen oder den Austausch mancher Verschleißteile.

Laut Glantschnig sei die Mobilität mit dem Auto steigend und nicht fallend, wie dies mancherorts vermittelt werde. Österreichweit gebe es bereits 5,06 Mio. Kfz, und selbst in Wien (auch die Bevölkerungszahl steigt) sei die Zahl der Autos im Vorjahr um 2000 angestiegen.

Im Verkehr gehe es um ein gutes Miteinander und damit auch um entsprechende Infrastruktur und die Einhaltung von Regeln, so Glantschnig. So sei über einen Fernpass­tunnel ebenso zu reden wie über eine stärkere Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene (etwa auch durch die RoLa) sowie die Benutzung der städtischen Busspuren durch Radfahrer.

Bei den Antrieben werde sich sehr viel tun. In Sachen „Autonomes Fahren“ ist Glantschnig noch sehr vorsichtig. Hier gebe es viele ungeklärte Fragen, neben der Technik auch jene der Haftung.

Zum jüngsten Vorstoß von Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) für eine massive Verschärfung der Strafen für Raser sei man diskussionsbereit. Geringes Zu-schnell-Fahren sei noch längst kein Rasen, so Glantschnig. Bei gröberen Überschreitungen seien neben Strafen auch Nachschulungen oft wirksam. Gefährliche Raser, die andere massiv gefährden, sollten aus dem Verkehr gezogen werden. (va)


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