Kleinkraftwerk in Betrieb: Tuxbach rauscht jetzt ins Stilluptal

Das 70 Millionen Euro schwere Bauprojekt vom Verbundkonzern und den Schwazer Stadtwerken ist großteils fertig. Stollen und Kraftwerk sind betriebsbereit.

Politiker und Stromversorger gester­n bei der Inbetriebnahme des Kleinkraftwerks.
© Dähling

Von Angela Dähling

Mayrhofen – Bei strömendem Regen – also passendem Wasser­kraftwetter – wurde gestern am Ende der Staumauer des Stillupspeichers in kleiner Runde gefeiert.

Grund war die dortige Inbetriebnahme des Kleinkraftwerks, das Teil eines 70-Millionen-Euro-Projektes von Verbundkonzern und Schwazer Stadtwerken ist. Eines, dessen Realisierung unter dem Titel „Unterer Tuxbach“ 2017 begann. Seither wurde erst im Sprengvortrieb, dann mit einer Tunnelbohrmaschin­e ein 8,6 km langer Stollen errichtet, durch den das Wasser jetzt vom Tuxbach in Vorderlanersbach zum Kleinkraftwerk am Stillupsee gelangt. Dort wird daraus Ökostrom erzeugt – und ein weiteres Mal weiter talwärts im Kraftwerk in Mayr­hofen. „In Summ­e können jährlich zusätzlich 74 Millionen Kilowattstunden heimischer Wasserkraftstrom erzeugt werden und mehr als 20.000 Haushalte mit CO2-freiem Strom versorgt werden“, erklärte Karl Heinz Gruber, Geschäftsführer der Verbund Hydro Power GmbH.

"Es ist ein gutes, nachhaltiges Projekt“

„Wir hätten das gern allein gebaut“, meinte Karl Heinz Greil als Geschäftsführer der Stadtwerke Schwaz, die sich im Besitz der Stadtgemeinde Schwaz befinden, lächelnd. „Aber mit dem Verbund können wir das Wasser besser nutzen“, fuhr er fort und dankte den Projektleitern Marco Fiegl und Markus Larcher. Wie berichtet, hatten sich sowohl die Stadtwerke (in Form eines Zillertaler Gemeindeprojektes) als auch der Verbundkonzern um das Tuxbach-Wasserkraftprojekt bemüht. Ein Widerstreitverfahren konnte LHStv. Josef Geisler einst verhindern, indem er beide um Zusammenarbeit bat.

„Die Stadtwerk­e waren innovativ, der Verbund brachte die Erfahrung mit“, meinte BM Simon Grubauer aus Tux. „Für uns Tuxer bedeuteten die Bauarbeiten eine harte und teilweise unangenehme Zeit. Aber es ist ein gutes, nachhaltiges Projekt.“ Tunnelpatin BM Monika Wechselberger (Mayrhofen) bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und BM Hans Lintner aus Schwaz informierte: „Unsere eigene Stromproduktion wird so um 50 Prozent erhöht und wir produzieren nun mehr Strom, als für unseren Eigenbedarf nötig ist.“ Als „stabile Säule in der Ökostromversorgung“ bezeichnete LHStv. Josef Geisler die Wasserkraftenergie.

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