684 Corona-Neuinfektionen in Österreich

Am Freitag sind in Österreich binnen 24 Stunden 684 SARS-CoV-2-Neuinfektionen gemeldet worden. Somit stieg die Zahl der aktiven Fälle auf 8.413. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach von einer „Stabilisierung auf einem zu hohen Niveau“. Das seien „zu hohe Werte für diesen Zeitpunkt, aber nicht mehr diese Zuwächse, die wir bis 17., 18. September hatten“, so Anschober. Zudem appellierte er an die Nutzung der Corona-App des Roten Kreuzes.

Anschober erwartet, dass sich ab Anfang Oktober die verschärften Maßnahmen in den Zahlen niederschlagen werden. Man solle „jetzt zur Corona-App des Roten Kreuzes zu greifen“. Nach einer „etwas unglücklichen Debatte“ über die App hoffe man, nun damit „in die Breite“ gehen zu können. Über die Corona-Ampel, die sich in der zweiten Entwicklungsstufe befinde, sagte Anschober: „Die Risikoanalyse funktioniert hervorragend.“

Einen deutlichen Rückgang gab es bei Patienten im Spital - von 463 am Donnerstag auf 411 am Freitag. Allerdings wies die Statistik drei Tote mehr auf - insgesamt 786 Covid-19-Patienten sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Erstmals wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 20.000 Tests eingemeldet. Bisher gab es in Österreich 41.500 positive Testergebnisse.

Die Neuinfektionen im Schnitt der vergangenen sieben Tage betrug 691. Die meisten zusätzlichen Coronavirus-Infektionen verzeichnete erneut Wien mit 309. 4.479 aktive Fälle gab es somit am Freitag in der Bundeshauptstadt. Niederösterreich meldete 136 Neuinfektionen ein, 1.169 Personen sind aktiv infiziert. In Tirol kamen in den vergangenen 24 Stunden 62 Neuinfektionen hinzu, insgesamt sind somit 549 Menschen aktuell infiziert. Oberösterreich verzeichnete einen Zuwachs von 52 Fällen, 739 Menschen gelten als aktive Fälle.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Vorarlberg meldete 41 Neuinfektionen, was 455 aktive Fälle bedeutet. In der Steiermark kamen 39 Infizierte hinzu, 513 Personen sind somit derzeit SARS-CoV-2-positiv. Kärnten meldete 22 Neuinfektionen, womit 127 Menschen aktiv infiziert sind. In Salzburg kamen 15 Fälle hinzu, 247 Menschen gelten als aktiv infiziert. Das Burgenland meldete in den vergangenen 24 Stunden acht Neuinfektionen, 135 Personen sind somit aktive Fälle.

Österreichweit wurden seit Donnerstagvormittag 20.409 Tests in das Epidemiologische Melderegister (EMS) eingespeist - so viele wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie. In den einzelnen Bundesländern waren die Zahlen - wie auch bisher - sehr unterschiedlich. Bis auf das Burgenland und Salzburg meldeten alle restlichen Bundesländer teil weit über 1.000 PCR-Tests ein.

In Wien waren es 5.684, in Niederösterreich 3.040, in Oberösterreich 2.564 sowie in Kärnten 2.444. In der Steiermark wurden in den vergangenen 24 Stunden exakt 2.000 Tests gemeldet, in Tirol 1.909 und in Vorarlberg 1.051. Im Burgenland kamen im Vergleich zum Donnerstag 908 Tests hinzu, in Salzburg waren es lediglich 809. Insgesamt wurden österreichweit seit Beginn der Pandemie 1.528.191 PCR-Untersuchungen durchgeführt.

Angesichts der steigenden Coronavirus-Infektionen in Niederösterreich stellte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Freitag umfassende Maßnahmen für das Bundesland vor. Diese sollen in den einzelnen Bezirken unabhängig voneinander in Kraft treten, sobald die Corona-Ampel dort auf Orange oder Rot steht. Dies werde jede Woche neu beurteilt. Mikl-Leitner kündigte zudem „strenge Kontrollen“ an. „Die rechtliche Grundlage wurde jetzt mit dem Covid-Gesetz geschaffen, das mit 1. Oktober Gültigkeit hat“, erläuterte die Landeshauptfrau. Große Infektionsgefahr gehe insbesondere von Sportevents aus. In Bezirken mit der Ampelfarbe Orange dürften diese nur noch ohne Publikum stattfinden. Ausgenommen seien lediglich Bundesliga-Veranstaltungen im Freien, bei denen weiterhin die Bundesvorgaben gelten.

In orange gefärbten Bezirken dürfen Veranstaltungen mit zugewiesenen Sitzplätzen in Innenräumen zudem nur noch mit 250, im Freien mit 1.000 Personen stattfinden. Bei Events ohne fixe Sitzplätze sollen weiterhin die Richtlinien der Bundesregierung gelten. Für die Gastronomie wurden verpflichtende Gästelisten angekündigt. Sollte die Ampel in einem Bezirk auf Rot wechseln, soll zudem die Sperrstunde auf 22.00 Uhr vorverlegt werden, erklärte Mikl-Leitner.


Kommentieren


Schlagworte