Schritt für Schritt zu neuem Sportplatz in Hall-Schönegg

Auf vom Land erworbenen Flächen will die Stadt Hall eine großzügige Anlage umsetzen. Anrainer hoffen auf eine Lösung des Parkproblems.

Die alte Sportanlage in Schönegg hat weit über 35 Jahre auf dem Buckel – nun soll ein neuer Sportplatz mit erweitertem Angebot entstehen.
© Domanig

Von Michael Domanig

Hall – Um die Wirtschaft in Zeiten der Covid-19-Krise anzukurbeln, hat sich die Haller Stadtpolitik schon im Frühjahr darauf geeinigt, ein kommunales Investitionspaket zu schnüren – und dafür auch Projekte bewusst vorzuziehen: Zu den wichtigsten Vorhaben zählt dabei die schrittweise Errichtung einer neuen Sportanlage im Stadtteil Schönegg – die mit der jüngsten Gemeinderatssitzung einen großen Schritt näher gerückt ist.

Die Stadt hat im Nordosten von Schönegg schon vor Jahren in zwei Etappen Grundflächen vom Land Tirol angekauft, insgesamt über zwei Hektar. Nun wurde beschlossen, beim Land um Widmungsermächtigung anzusuchen, damit auch der zweite Teil der erworbenen Gründe aus der „landwirtschaftlichen Vorsorgefläche“ herausgenommen wird. Zudem votierte der Gemeinderat, ebenfalls einstimmig, für die Änderung von Raumordnungskonzept und Flächenwidmungsplan.

Tennisplätze bis Leichtathletikanlage

Ursprünglich war angedacht, auf dem Areal auch ein neues Kinderzentrum zu situieren. Heuer beschloss die Stadtpolitik jedoch, dort ausschließlich sportliche Nutzungen unterzubringen.

Nun soll das Großprojekt zügig angegangen werden, um die Corona-Zuschüsse von Land und Bund nützen zu können. Eine Machbarkeitsstudie liegt vor, auf deren Basis sollen über den Winter vertiefte Planungen starten und 2021 die ersten Umsetzungsschritte erfolgen.

Konkret soll der alte, massiv sanierungsbedürftige Sportplatz Schönegg geschleift und – mit erweitertem Angebot – auf die neuen Flächen nordöstlich davon übersiedelt werden. Fix vorgesehen sind zwei ganzjährig bespielbare Kunstrasenplätze für den Vereinsbetrieb, dazu soll es einen großen öffentlichen Bereich mit frei zugänglichen Tennisplätzen, Beachvolleyball und Basketball sowie einer kleinen Leichtathletikanlage geben.

Überlegt werde, in späterer Folge auch die Vereinstennisanlage Schönegg zu verlegen und womöglich überdachbar zu gestalten, sagt BM Eva Posch (VP). Die Oppositionsliste „Für Hall“ plädiert zudem für eine Verlegung des Eislaufplatzes hierher, ebenso für einen Pumptrack und einen Motorikpark.

Stadtführung offen für Tiefgarage

Zu den Kosten für das Gesamtprojekt gibt es noch keine Angaben, klar ist aber, dass es sich um Millioneninvestitionen handelt – auch eine Tiefgarage ist angedacht.

Apropos: Die Parkplatzfrage treibt Anrainer in Schönegg schon jetzt um. Wenn im Zuge des Sportplatzbaus eine Tiefgarage entstehe, sollten dort auch Plätze für Anwohner vorgesehen und zu Kauf oder Miete angeboten werden, schlägt eine Bewohnerin des Hochhauses in der Weißenbachstraße vor. Derzeit gebe es dort für 53 Parteien nur knapp über 30 Stellplätze, im ganzen Viertel sei der Parkraum knapp. Sie regt eine Bedarfserhebung an.

Die Stadtführung zeigt sich offen. BM Posch verweist aber darauf, dass Anwohner in Schönegg von der eigens ausverhandelten Möglichkeit, in der Tiefgarage einer neuen Wohnanlage der Tigewosi Plätze extern anzumieten, wenig Gebrauch gemacht hätten. Es gebe auch Fälle, in denen Anrainer „ihre eigenen Tiefgaragenplätze vermieten und dann bei uns um Anwohnerparkkarten ansuchen“.

Eine Tiefgarage sei auf jeden Fall in ein Verkehrskonzept einzubetten, das für das Gesamtprojekt Sportplatz ohnehin nötig sei, ergänzt Vize-BM Werner Nuding (VP). Geplant sei u. a. auch eine neue Erschließung mittels einer Straße von Westen her.


Kommentieren


Schlagworte