Tiroler Studenten als Lebensretter bei Brandanschlag in Linz

Innsbrucker Studenten wurden in einem Linzer Hotel Zeugen eines Feuers. Es wurde wohl gelegt, um einen Mordversuch zu vertuschen.

In diesem Linzer Hotel brach das Feuer in der Nacht auf Mittwoch aus.F
© APA/VERENA LEISS

Von Benedikt Mair

Linz, Innsbruck – In einem Zimmer eines Hotels am Graben in der Linzer Innenstadt brach in der Nacht auf Mittwoch ein Feuer aus. Ein 49-jähriger Lette wurde mit schweren Verbrennungen und Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Polizei und Justiz in Oberösterreich glauben inzwischen, dass er im Streit mit drei Landsleuten geschlagen wurde. Der Brand soll gelegt worden sein, um die Tat zu vertuschen. Die Männer wurden verhaftet, sie streiten alle Vorwürfe ab.

„Es war ein Schockmoment, sehr verwirrend“, sagt ein 23-Jähriger Tiroler, der in besagter Nacht in dem Linzer Hotel einquartiert war. Der junge Mann, der namentlich nicht genannt werden möcht­e, war mit Kollegen von der Universität Innsbruck auf Exkursion in Oberösterreich. „Ich selber wurde von der Polizei geweckt, die an unser­e Zimmertür klopfte. Als ich aus dem Fenster geschaut habe, war da die Feuerwehr. Ich bin raus aus dem Haus. Erst dann wurde mir erzählt, was eigentlich los ist.“ Ein weiterer Teilnehmer der Studien­fahrt habe den Brand, der gegen 1.15 Uhr ausbrach, jedoch eher bemerkt. „Er ist auch Tiroler, war durch den Rauch geweckt worden. Das Zimmer, in dem es passierte, lag direkt neben seinem.“

Als der Student den Ernst der Lage bemerkt hatte, habe er begonnen, bei den Zimmern auf der Etage zu klopfen, um die anderen Gäste zu warnen. „Die Rettungskräfte alarmiert hat jedoch ein Passant, der das Feuer von der Straße aus gesehen hat.“ Der 23-Jährige berichtet, dass sein Kollege „auch versucht hat, in das Zimmer, in dem es brannt­e, zu kommen“. Es sei aber versperrt gewesen, niemand hab­e auf die Rufe reagiert.

Noch keine Einvernahme

Ulrike Breiteneder, Sprecherin der Linzer Staatsanwaltschaft, bestätigt, „dass eine Gruppe von Tirolern in der Brandnacht zugegen war. Einige haben, so berichtete es mir die Polizei, wohl auch beim Evakuieren geholfen.“ Einvernommen worden seie­n sie jedoch noch nicht, „da sie sehr schnell wieder abreisen mussten. Das dürfte dann von der Exekutive in Tirol nachgeholt werden“, sagt Breiteneder.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Letten – 44, 46 und 50 Jahre alt – wegen versuchten Mordes und Brandstiftung. Sie sollen mit ihrem 49-jährigen Landsmann in dem später ausgebrannten Hotelzimmer in Streit geraten sein. Worum es dabei ging, ist unklar. Zeugen, davon auch einige aus der Innsbrucker Gruppe, haben lediglich ein lautes Gespräch gehört. Wie der ORF Ober­österreich berichtet, vermutet die Polizei, dass Täter und Opfer als Kreditkartenbetrüger zusammengearbeitet haben und in mehreren Ländern aktiv waren.


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