Tirols Naturparks erhalten nächstes Jahr 1,8 Millionen Euro zusätzlich

Umweltschutzschwerpunkt des Landes kommt 2021 auch den fünf Tiroler Naturparks zugute. Der Naturpark-Verband zieht eine positive Jubiläumsbilanz.

Die fünf Tiroler Naturparks – hier eine Impression aus dem Naturpark Tiroler Lech – wollen besonders im Klimaschutz Akzente setzen.
© Mario Posch

Innsbruck – Der Schutz des Wienerwaldes durch eine bessere Besucherlenkung war 1962 Anlass für die Gründung von Österreichs erstem Naturpark. Heute gibt es 47 Naturparks in acht Bundesländern, fünf davon in Tirol – und der Umweltschutzgedanke ist noch immer zentral. Mit großen Bereichen wie Forschung und (Bewusstseins-)Bildung sind die Aufgaben aber stetig gewachsen.

1995 – damals bestanden „erst“ 25 Naturparks in drei Bundesländern – erfolgte der Zusammenschluss zum „Verband der Naturparks Österreichs“ (VNÖ), der seither für Vernetzung und gemeinsam­e Projekte bürgt. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums traf VNÖ-Geschäftsführer Franz Handle­r gestern auf der Umbrüggler Alm hoch über Innsbruck mit den Geschäftsführern der Tiroler Naturparks (Tiroler Lech, Kaunergrat, Ötztal, Karwendel und Zillertaler Alpen) zusammen – und zog zufrieden Bilanz.

Als „das Erfolgsmodell“ des VNÖ hätten sich etwa die Naturpark-Schulen und -Kindergärten erwiesen, von denen es allein in Tirol mittlerweile 23 bzw. sieben gibt. Diese seien „eines der effizientesten Bildungsinstrumente“, Kinder würden (Lern-)Erfahrungen fürs Leben machen.

Klimapädagogen“-Ausbildung wird konzipiert

Zentrales Zukunftsthema für die Naturparks ist der Klimawandel, noch heuer startet der VNÖ mit der Entwicklung einer eigenen Klimastrategie. In Tirol laufen aktuell zwei große Klimaprojekte: Mit der Initiative „Wandern mit öffentlicher Anreise“ (WÖFFI) soll umweltfreundliche Tourenplanung erleichtert werden. Die von den Naturparks herausgegebenen Broschüren mit rund 80 Tourentipps werden 2021 umfassend aktualisiert. Das Interreg-Projekt „KlimaAlps“ wiederum soll in Theorie und Praxis über den Klimawandel aufklären – u. a. wird eine eigene „Klimapädagogen“-Ausbildung konzipiert.

Das Land Tirol unterstützt die Naturparks 2021 mit 1,8 Millionen Euro zusätzlich, wie LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) gestern verkündete. Der insgesamt neun Millionen Euro schwere Naturschutzschwerpunkt im „Konjunkturpaket 2“ für 2021 umfasst außerdem u. a. eine Million Euro für den Gletscherschutz und insgesamt über 3,5 Millionen Euro für die Revitalisierung und Renaturierung von Gewässern und Moorgebieten sowie die Gewässerökologie. Die Gründung neuer Naturparks, wie sie etwa im Wipptal diskutiert werde, sieht Felipe übrigens positiv, der Wunsch dazu müsse allerdings „von unten“ ausgehen. (md)


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