Die Schönheit im Einfachen in der Galerie Widauer

Personale des deutschen Künstlers Hubert Kiecol in der Innsbrucker Galerie Widauer.

„Denkmal“ aus Beton und Schwarzstahl von Hubert Kiecol.
© Galerie Widauer

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Mit dem Wort Luxor verbindet der Bildungsbürger intuitiv prächtige Tempel aus altägyptischen Zeiten. Mit denen die Skulpturen und Arbeiten auf Papier, die der deutsche Künstler Hubert Kiecol nach Innsbruck mitgebracht hat, allerdings nichts zu tun hat, obwohl er seine Schau bei Widauer „Luxor“ nennt.

Was mit einem unscheinbaren, schon leicht vergilbten Schwarzweißfoto zu tun hat, das 1978 anlässlich eines dreimonatigen Aufenthalts Kiecols in Ägypten entstanden ist. Wo ihn das „andere“ Luxor interessiert habe, die einfachen Architekturen und deren selbstverständliche Schönheit. Das habe nachhaltig seine Haltung zu den Dingen geprägt, sagt der heute 70-jährige ehemalige Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie.

Dieses Faible für das Klare, formal Minimalistische, ist Kiecol bis heute geblieben. Um die Galerie Widauer mit Objekten zu bespielen, die im weitesten Sinn mit Architektur zu tun haben. Und das nicht nur, weil sie zum größten Teil aus Beton gemacht sind. Etwa eine schwebende Stiege aus Beton, die aus der galeristischen Wand herauszuwachsen und ein langes schmales Brett zu balancieren scheint. Und auch die am Boden dynamisch zum Kreisausschnitt übereinandergelegten Betonstufen werden von einem Holzblock in Balance gehalten. Zelebriert als unprätentiös skulpturales Spiel mit Organischem und Unorganischem, Hartem und Weichem, Schwerem und Leichtem.

Die Schachteln aus Beton, die Kiecol zum „Denkmal“ gestapelt hat, schauen zwar ganz leicht aus, sind allerdings unendlich schwer. Die Stäbe aus Schwarzstahl, die der Künstler nebenan in eine Basis aus Beton gesteckt hat, suggerieren dagegen Leichtigkeit und Transparenz. Das mit augentäuscherischen Fallen gespickte, vordergründig minimalistische Spiel mit Formen, Proportionen und Haptiken dominiert aber auch Hubert Kiecols Arbeiten in nur zwei Dimensionen.

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