Angriff in Paris laut Innenminister islamistischer Terrorakt

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat die Messerattacke in der Nähe der ehemaligen „Charlie Hebdo“-Redaktion als „islamistischen Terrorakt“ bezeichnet. Es gebe kaum Zweifel, dass es ein weiterer „blutiger Angriff auf unser Land ist“, sagte er am Freitagabend im französischen Fernsehen. Die Attacke am Freitagmittag forderte zwei verletzte Journalisten, es kam zu mehreren Festnahmen.

Darmanin bat außerdem die Polizeipräfektur, zu überprüfen, warum die Bedrohung in dieser Straße unterschätzt worden sei - auch wenn die Redaktion dort seit mehreren Jahren nicht mehr ihren Sitz hatte. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete außerdem unter Berufung auf Justizkreise von fünf weiteren Festnahmen. Die Männer seien bei der Durchsuchung einer Wohnung in Pantin bei Paris festgenommen worden. Damit befinden sich nun sieben Verdächtige in Polizeigewahrsam.

Bei einem der Verdächtigen soll es sich laut Polizeiquellen um einen 18-jährigen Pakistani handeln, berichtete der Radiosender Europe 1. Im Bereich der Metrostation Richard Lenoir wurde ein Hackbeil sichergestellt, bei dem es sich offenbar um die Tatwaffe handelt.

Der Vorfall ereignete sich gegen 12 Uhr in der Rue Nicolas Appert. Eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter der Produktionsfirma Premières Lignes, die unter anderem für den Sender France 2 arbeitet, wurden bei dem Angriff verletzt. Sie sollen gerade eine Rauchpause gemacht haben.

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Zwei Verdächtige konnten kurze Zeit später in der Nähe des Tatorts festgenommen werden. Bei einem von ihnen soll es sich der Staatsanwaltschaft zufolge um den Haupttäter handeln. Die Opfer sind nach Angaben von Premierminister Jean Castex nicht in Lebensgefahr. Die Redaktion von „Charlie Hebdo“ ist mittlerweile umgezogen - in den damaligen Redaktionsräumen wurden im Jänner 2015 elf Menschen brutal ermordet.

Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert - dabei starben mehr als 250 Menschen. Daher ist die Terrorgefahr fast ständig im Bewusstsein der Menschen. Doch zur Zeit kämpft das Land gegen einen anderen Dämon: Das Coronavirus. Jeden Tag gibt es Tausende Neuinfektionen, die Lage verschlechtert sich zusehends. Auch wenn das die Angst vor dem Terror etwas in den Hintergrund hat rücken lassen - rund sieben Kilometer vom Tatort entfernt erinnert beinahe täglich etwas an die Gefahr: Dort läuft seit Anfang des Monats im Justizpalast der Prozess gegen mutmaßliche Helfer der Terrorserie im Jänner 2015, bei der insgesamt 17 Menschen getötet wurden.


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