Serbischer Filmregisseur Goran Paskaljevic gestorben

Der serbische Filmregisseur Goran Paskaljevic ist Medien zufolge am Freitag im Alter von 73 Jahren in Paris gestorben. Dies berichtete das serbische Portal „kurir.rs“ am Freitagabend unter Berufung auf Angehörige. Paskaljevic galt als einer der wichtigsten Regisseure und Drehbuchautoren des serbischen Autorenfilms. Unter anderem drehte er die Filme „Tango Argentino“ (1992), „Paradies, Brooklyn“ (1995), „Das Pulverfass“ (1998) und „How Harry Became a Tree“ (2001).

Die Kritik würdigte an seinen Filmen die einfühlsame Darstellung von Menschen in ihrer Verletzlichkeit, Verzweiflung und Abgründigkeit. 1998 erhielt Paskaljevic für „Das Pulverfass“ - die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks des mazedonischen Autors Dejan Dukovski - den Europäischen Preis der internationalen Filmkritiker-Vereinigung Fipresci.

2002 wurde Paskaljevic in München mit dem Bernhard-Wicki-Filmpreis geehrt. Zu Beginn der jugoslawischen Zerfallskriege 1991 hatte er den serbischen Nationalismus unter dem damaligen Präsidenten Slobodan Milosevic (1941-2006) öffentlich angeprangert. Nach einer Kampagne der von Milosevic gesteuerten Medien erhielt er Morddrohungen und emigrierte nach Frankreich. Zuletzt lebte er abwechselnd in Paris und in Belgrad.

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