Nervenkitzel für Radfahrer: Grüne fordern Lösung für Engstelle in Hopfgarten

Seit Jahren sorgt eine Engstelle am Hopfgartener Wald für gefährliche Situationen zwischen Autofahrern und Radfahrern. Die Grünen fordern nun erneut eine Lösung.

Die Grünen fordern einen Radweg zwischen Haus Schöneck und der Einfahrt Windautal.
© Grüne

Von Harald Angerer

Hopfgarten i. Br. – Eine scharfe Kurve und dann geht’s steil bergauf. Den so genannten Hopfgartener Wald kennt jeder, der schon einmal durchs Brixental gefahren ist, egal ob mit dem Auto, dem Lkw und vor allem mit dem Fahrra­d. Zwar biegen die Radfahrer direkt vor dem Steilstück nach rechts in die Windau ab. Doch die gut 300 Meter vorher sind eine gefürchtete Engstelle. Schon seit Jahren ist sie bekannt. Nun haben die Bezirks-Grünen das Them­a wieder aufgenommen und mit einer Kundgebung am Samstag darauf aufmerksam gemacht.

„Jeder, der diese sehr gefährliche Stelle kennt, weiß, dass hier schon lange ein Radweg überfällig ist“, sagt Bezirkssprecher Matthias Schroll. Alle Radfahrer auf dem Weg von Wörgl nach Kitzbühel und alle, die in das Naherholungsgebiet Windautal wollen, müssen an dieser Gefahrenstelle vorbei. Für eine Tourismusregion wie das Brixental sei dies nicht akzeptabel.

„Wir hatten im Monat August mehr als 20.000 Radfahrten in die Windau, dabei können an der Zählstelle die neuen Carbon-Räder technisch noch gar nicht in der Zählung erfasst werden. An den stark frequentierten Tagen am Wochenende passieren weit mehr als 1000 Radfahrer diese so unübersichtliche Stelle. Ein Wunder, dass noch nichts passiert ist“, schildert Andreas Höck, Grünen-Gemeinderat in Hopfgarten.

Für den Radweg bzw. die Entschärfung gebe es bereits ein fertiges Konzept. Laut Grünen scheitert die Lösung aber an einem Grundeigentümer. Dieser würde seine Forderungen laufend verändern und somit trotz Konzept und Finanzierung der Lösung des Problems im Wege stehen. Eine Reihe von Verhandlungen seitens der Gemeindeführung in Hopfgarten sind bisher am Widerstand des Grundeigentümers gescheitert.

Es gebe auch keine Alternative, denn neben Brixentaler Ache und Landesstraße gebe es nur die eine Fläche. „Man muss immer sehr genau öffentliches Interesse mit privatem Interesse abwägen. In diesem Fall überwiegt das öffentliche Interesse, und entsprechend ist eine Lösung für den Radweg vorzubereiten und umzusetzen“, findet Höck und Schroll präzisiert: „In letzter Konsequenz muss man auch eine Enteignung in Betracht ziehen.“

„Es ist eine Frage der Prioritäten. Wir arbeiten derzeit intensiv an der Lösung für die Engstelle Ritsch“, sagt Bürgermeister Paul Sieberer (ÖVP). Diese Engstelle an der Landesstraße soll ebenfalls entschärft werden, „hier sind wir auch schon recht weit“, betont Sieberer. Bei der Gefahrenstelle im Bereich Hopfgartener Wald würden derzeit noch die Verhandlungen laufen, betont der Bürgermeister. „Es geht um die Rahmenbedingungen und das betrifft nicht nur diesen einen Grundeigentümer“, erklärt Sieberer. Nicht erst durch die Zählung im Sommer sei der Gemeinde bewusst, welche Bedeutung der Radweg in die Windau und dann weiter durch das Brixental hat. „Wir sind hier auf jeden Fall gefordert, eine Lösung zu finden, aber wir werden es nicht über das Knie brechen“, betont der Bürgermeister.


Kommentieren


Schlagworte