Zwei Menschen bewusstlos vor Lokal in Innsbruck: Hoffen auf Gerichtsmedizin

Nach dem Zusammenbruch von zwei Personen vor einem Lokal in Innsbruck steht die Polizei vor einem Rätsel. Die Kriminalpolizei wartet nun auf Laborergebnisse.

Vor einem Innsbrucker Lokal fielen am Freitagabend eine Bedienung und ein Gast bewusstlos von einer Bank.
© Zeitungsfoto.at/Liebl

Innsbruck – Die Innsbrucker Kripo steht weiterhin vor einem Rätsel. Auch vier Tage nach dem Zusammenbruch von zwei Personen vor einem Innsbrucker Gastlokal ist die Ursache ungewiss. „Wir hoffen jetzt auf die Untersuchungsergebnisse der Innsbrucker Gerichtsmedizin“, sagt Ermittler Ernst Kranebitter.

Wie berichtet, haben die 55-jährige Kellnerin und ein Gast (56) am Freitagabend bei einer Rauchpause vor dem Pradler Lokal plötzlich das Bewusstsein verloren. Der Zustand der beiden war so kritisch, dass sie auf die Intensivstation der Klinik verlegt werden mussten. Die Kellnerin wurde sogar in künstlichen Tiefschlaf versetzt und befand sich am Montag noch immer im Krankenhaus.

Beiden Opfern fehlt die Erinnerung. Aber auch den insgesamt sieben weiteren Lokalgästen ist nichts Verdächtiges aufgefallen. Wie die ersten Untersuchungen ergaben, dürften weder Drogen noch übermäßige Mengen Alkohol im Spiel gewesen sein. Eine Gasvergiftung ist ebenfalls unwahrscheinlich, zumal sich ein weiterer Gast ohne gesundheitliche Folgen in unmittelbarer Nähe der Opfer aufhielt.

Der Zwischenfall in Pradl scheint ähnlich mysteriös wie die Hochzeitsfeier, bei der vor über einem Jahr 26 Gäste zusammenbrachen. Schauplatz des vor allem von Tschetschenen besuchten Fests war im Juli 2019 das Jägerheim im Innsbrucker Stadtteil Saggen. Am Abend klagte plötzlich eine junge Frau über Atembeschwerden. Wenig später kollabierten vor allem Frauen und Kinder, aber auch einige Männer im und vor dem Gebäude. Trotz umfangreicher Ermittlungen konnte die Ursache nie vollständig geklärt werden. Allerdings erhärtete sich der Verdacht, dass ein Reiz- oder sogar Kampfgas die gesundheitlichen Probleme ausgelöst hatte. Nach einem Selbstversuch kam Landesfeuerwehrchemiker Manfred Holzer zur Überzeugung, dass ein besonders starker Pfefferspray die Hochzeitsfeier beendet haben dürfte. Die Verursacher sind bis heute unbekannt. (tom)


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