Gastro-Listen zum Contact Tracing: Start in Wien erfolgt, Tirol prüft

In Wien müssen sich Lokalgäste in Listen eintragen, die vier Wochen aufbewahrt werden. Die Verordnung gilt bis Ende des Jahres.
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Von Cornelia Ritzer

Wien, Innsbruck – Seit gestern müssen alle, die in Wien ein Lokal oder Restaurant besuchen, ein Formular ausfüllen und damit ihren Namen und die Kontaktdaten hinterlassen. Diese Maßnahme soll den Behörden bei einem Corona-Infektionsfall die Kontaktrückverfolgung erleichtern. Auch in Tirol gibt es Forderungen nach einer Gastronomie-Registrierung. Noch werde eine entsprechende Verordnung „geprüft“, heißt es im Büro von Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

📽️ Video | Günther Mayr (ORF) über Maßnahmen in der Gastronomie:

Eine Registrierungspflicht für Gäste in der Gastronomie fordert Mario Gerber, Obmann der Sparte Tourismus der Tiroler Wirtschaftskammer, die TT berichtete. „Das bringt Sicherheit für Gäste, aber auch für die Einheimischen. Das ist ein wichtiger Schritt“, sagt der ÖVP-Politiker. Eine Verordnung, wie sie die Bundeshauptstadt erlassen hat, müsse jedoch erst geprüft werden, betont Gerber. Noch prüfen Verfassungsexperten, ob eine Verpflichtung zum Mitmachen für Wirte und für Gäste rechtlich überhaupt möglich sei. Gleichzeitig werden Systeme zur analogen – besonders ältere Kunden hätten oft kein Handy, so Gerber – sowie digitalen Registrierung geprüft, die ein schnelles Abrufen der Gäste-Daten sowie Datensicherheit garantiert. Doch auch die Gastronomen hätten die Notwendigkeit der Gäste-Registrierung erkannt, betont der Standesvertreter: „Denn was ist die Alternative?“

Ob das Land Tirol ebenfalls die Registrierung per Verordnung umsetzt, ist noch unklar. Noch seien rechtliche und organisatorische Fragen offen, heißt es, vor allem warte man auf Antworten aus dem Gesundheitsministerium von Ressortchef Rudolf Anschober (Grüne). Davon hänge ab, ob das Wiener Modell praktikabel sei oder Tirol eine eigene Verordnung schreibe­n werde. Priorität habe jedoch eine österreichweit einheitliche Regelung, heißt es aus dem Büro von Landeshauptmann Platter. Man plane keinen Alleingang, sondern bevorzuge eine Lösung „aus einem Guss“. Alles andere sorge für Verwirrung der Bürger.

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In Wien kam es am ersten Geltungstag zu „wilden Diskussionen“ erboster Gäste. Von einem „Anfangshype der Ablehnung“ sprach Peter Dobcak, Gastronomie-Fachgruppenobmann in der Wiener Wirtschaftskammer.


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