Stadt Innsbruck zahlt Boni an Corona-Team

Die Mandatare trennte bei der Gemeinderatssitzung nicht nur die durchsichtige Schutzwand.
© IKM/Rudig

Die Bewältigung der Corona-Krise stellt für das städtische Gesundheitsamt eine enorme Herausforderung dar. Seit Ausbruch der Corona-Krise im März haben die Mitarbeiter im Gesundheitsamt unter Hochdruck gearbeitet und unzählige Überstunden geleistet. „Um die MitarbeiterInnen zu entlasten, hat man die Messe als Corona-Zen­trum eingerichtet, für ausreichend Personal gesorgt und einen Schichtbetrieb eingeführt, damit es nicht wieder zu so vielen Überstunden kommt“, erklärt Bürgermeister Georg Willi (Grüne). Gleichzeitig habe man – zusammen mit der Personalvertretung – entschieden, den Mitarbeitern dort eine Prämie zu geben, weil der Corona-Einsatz sehr fordernd und belastend sei. Der Gemeinderat segnete bei seiner Sitzung am Donnerstag die Corona-Prämie, befristet bis 31. Dezember, einstimmig ab. Die dadurch entstehenden Mehrkosten liegen bei mindestens 115.000 Euro.

Der Antrag von Gemeinderat Gerald Depaoli zur Abberufung von Vizebürgermeisterin Uschi Schwarzl (Grüne) wurde indes nicht behandelt, da ihm die Dringlichkeit nicht zuerkannt wurde. Lediglich Depaoli selbst, die FPÖ und die Liste Fritz sahen den Antrag als dringlich an. Damit muss sich der Gemeinderat in der kommenden Sitzung im November mit dem Thema befassen.

Für lange Debatten sorgten die Anträge des Stadtteilausschusses Igls. Der Gemeinderat hat schließlich zwei verkehrspolitische Initiativen der Igler dem Stadtsenat zugewiesen: Zum einen soll eine Taktverdichtung der Linie J (von der Hungerburg auf den Patscherkofel) an Samstagen geprüft werden. Zum anderen soll sich der Stadtsenat wieder mit der Linie 6 und deren Attraktivierung beschäftigen. Die Diskussion über die Igler-Bahn dürfte damit wieder einmal Fahrt aufnehmen.

Die Diskussion um den Innsbrucker Recyclinghof reißt nicht ab. Die von Bürgermeister Georg Willi forcierte Optimierung des bestehenden Standorts in der Rossau lehnt SPÖ-Klubobmann Helmut Buchacher ab. Das sei keine Lösung, sondern „führt nur zu mehr Verkehr quer durch die ganze Stadt, langen Wartezeiten und erhöhter Umweltbelastung“. Buchacher betont, dass es für den Bau eines zweiten Recyclinghofs im Westen der Stadt eine Mehrheit im Gemeinderat gebe. „Die Innsbrucker Kommunalbetriebe könnten sofort mit der Umsetzung beginnen. Und gerade von einem grünen Bürgermeister erwarte ich mir, dass er Umweltschutz nicht nur in der Errichtung von Radwegen sieht“, hält Buchacher fest. (dd)


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