Noch viele Fragezeichen rund um regionales Radwegekonzept

Auch Rum hat nun den Grundsatzbeschluss für das Radverkehrskonzept gefasst. Bei der Streckenführung warten aber weiterhin enorme Hürden.

Die Fahrradstraße zwischen Hall und Absam ist bereits in Kraft. In Thaur und Rum ist in puncto Radwegekonzept dagegen noch vieles zu klären.
© Stadt Hall in Tirol)

Rum, Thaur, Hall –Ein durchgängiges, ganzjährig nutzbares Radwegenetz zwischen den Gemeinden und weiter bis Innsbruck: Das ist das Ziel des gemeinsamen Radverkehrskonzepts im Planungsverband Hall und Umgebung, erstmals präsentiert im Februar 2019.

Am Montagabend hat nun auch der Rumer Gemeinderat – einstimmig – den Grundsatzbeschluss für die Umsetzung des Konzepts gefasst. Dabei warten aber erhebliche Hürden: Hall und Absam hätten „ihre“ Radrouten allesamt in ihrem Besitz, „das ist bei uns nicht der Fall“, erklärte Vize-BM Romed Giner die Grundproblematik.

Auf Rumer Gemeindegebiet sind in Ost-West-Richtung drei Achsen geplant. Weitgehend unstrittig ist die südlichste: von Thaur entlang der Römerstraße zum Römerpark, dann an der Gemeindegrenze Thaur/Rum über einen „Stich“ Richtung Süden zum Gänsfeldweg und somit zum Rumer Bahnhof. „Das ist jetzt im Zuge des laufenden Grundzusammenlegungsverfahrens möglich, später nie wieder“, betont Vize-BM Giner. Die Gemeinde Rum müsste sich hierfür einen ca. 1000 m2 großen Grundstreifen sichern.

Im Kontext der Grundzusammenlegung zu klären

Weitaus kniffliger ist die Lage weiter nördlich: Ob und wie die Radverbindung vom Westen der „Thaurer Spange“ nach Rum erfolgen soll, ist nach wie vor offen – es gilt, Konflikte zwischen intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und Radverkehr zu vermeiden. Auch dies ist im Kontext der Grundzusammenlegung zu klären. In Rum soll diese Route weiter über die Schul-straße bis zur NMS führen.

Wie man westlich der Schule weiter nach Innsbruck kommen könnte (bis zur Unterführung beim Exerzierweg), ist freilich die nächste große Frage. Am Freitag ist dazu ein Treffen zwischen einer Rumer Delegation und BM Georg Willi aus Innsbruck geplant. Laut Giner bräuchte es jedenfalls ein eigenes Grundzusammenlegungsverfahren.

Die nördlichste Route (die großteils oberhalb der Dörferstraße von Thaur über Rum nach Arzl verlaufen soll) erscheint hingegen deutlich einfacher umsetzbar.

Anders als im Rumer Gemeinderat kolportiert, hat die Nachbargemeinde Thaur den Grundsatzbeschluss zum Radkonzept noch nicht gefasst. Laut Gemeindevorstand und Ortsbauernobmann Romed Giner sei für die Landwirte noch einiges unklar: „Wie geht man mit der Haftungsfrage um – Stichwort verschmutzte Feldwege und Begegnungen auf schmalen Straßen? Wer weicht wohin aus?“ Hier fehle noch eine endgültige Rechtsauskunft. Nächste Woche treffe man sich mit dem Planungsbüro und den Rumern, um sich abzustimmen.

Noch nicht überall „Radhighway“-würdig

Offen ist laut GV Giner auch noch, „wie die Thaurer hinunter zum Inntalradweg kommen“. Die Brücke über Bahn und B171 sei zu schmal, eine Verbreiterung anzudenken. Weiter östlich wiederum, im Bereich Burgfrieden an der Grenze zu Hall, würden die Thaurer gerne Richtung Süden (und dann ebenfalls zum Inntalradweg) fahren. Hier fehle nur ein kurzes Verbindungsstück, das aber die Stadt Hall „öffnen“ müsse.

Apropos Hall: Dort ist schon seit zirka einem Monat eine Fahrradstraße Richtung Absam in Kraft (Achse Kaiser-Max-Straße, Rudolfstraße, Samerweg). Auf ihr gilt Tempo 30, Radfahrer haben Vorrang und dürfen auch nebeneinander fahren. Der Straßenzustand ist freilich noch nicht überall „Radhighway“-würdig. Eine Belagssanierung in Teilen der Rudolfstraße soll noch heuer erfolgen, weiter westlich dann im Jahr 2021, weil hier noch Gehsteig- bzw. Leitungsarbeiten nötig sind. (md)


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