EU-Kommission: Bald keine Grenzen mehr für Covid-Apps

Covid-Infizierte können via „Stopp Corona“ nur ihre Kontakte in Österreich warnen. Das könnte sich bald ändern, wenn nicht die Frage der Finanzierung offen wäre.

„Stopp Corona“ gibt es hierzulande bereits seit März – Österreich war damit eines der ersten Länder mit einer derartigen Anwendung.
© APA

Von Serdar Sahin

Wien, Brüssel – Mehrere Länder in Europa setzen auf Corona-Warn-Apps – so auch Österreich. Hierzulande gibt es die „Stopp Corona“-App des Roten Kreuzes bereits seit März. Doch die Funktionalität der Programme hat Grenzen – nicht nur im sprichwörtlichen Sinn. Wer an Covid erkrankt, kann via App seine Kontakte warnen. Wenn die an Covid erkrankte Person aber gerade aus dem Urlaub – etwa aus Deutschland – zurückgekehrt ist, können die Kontakte dort nicht gewarnt werden, weil die Corona-Apps aus Österreich und Deutschland nicht miteinander „sprechen“ können. Das soll sich nun ändern.

Über eine neue Schnittstelle können die Programme auf Daten aus anderen Ländern in Europa zugreifen, wie hochrangige Vertreter der EU-Kommission gestern erklärten. Betont wurde mehrmals, dass die Daten anonymisiert abgeglichen werden. Ein neues Programm sei nicht nötig, Nutzer müssten ihre Apps lediglich aktualisieren.

In sechs Ländern wurde das System getestet. Bis Mitte oder Ende Oktober sollen elf EU-Mitglieder an Bord sein. Deutschland, Italien und Irland machen den Anfang. Danach sollen laut den Vertretern der EU-Kommission Österreich, Tschechien, Dänemark, Estland, Lettland, die Niederlande, Polen und Spanien dazustoßen. Weitere Staaten sollen folgen.

Das Rote Kreuz will die App zwar dahingehend weiterentwickeln, hieß es. Doch fehlt das Geld dafür. Man sei deshalb in Gesprächen mit dem Gesundheitsressort über die weitere Finanzierung von „Stopp Corona“ – die TT berichtete bereits.

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