„Der Nikolaus kommt, wenn es sein muss, halt mit Maske“

Krampusvereine und Katholische Jungschar, die Hausbesuche des Heiligen anbieten, sind sich einig: Ostern war voller Beschränkungen, Kinder brauchen den Nikolaus.

Die Innsbrucker Alpentuifl führen auch heuer wieder Hausbesuche durch. Die Gäste, die auch ohne Tuifl vorbeischauen, sind sehr begehrt.
© Innsbrucker Alpentuifl

Von Alexandra Plank

Innsbruck – Abgesagt! Das ist dieser Tage wohl das am häufigsten veröffentlichte Wort im Zusammenhang mit Veranstaltungen. Auch die Innsbrucker Alpentuifl haben bekannt gegeben, dass ihr Umzug gestrichen ist. Auch am Christkindlmarkt in St. Nikolaus werden die Männer mit den kunstvollen Masken nicht auftreten, denn „wir können das nicht im kleinen Stil machen, sobald wir dort sind, kommen Hunderte Menschen“, sagt Obmann Michel Hilweg. Schweren Herzens hat man daher entschieden, alle öffentlichen Auftritte abzusagen.

Die Hausbesuche des Nikolaus und seiner bunten Mannschaft, mit Engel und wahlweise ohne, einem oder zwei Tuifln, sollen aber auf jeden Fall stattfinden. „Wir sind immer schon Ende September ausgebucht. Heuer war die Nachfrage besonders groß. Der eine oder andere hat vielleicht Bedenken wegen der Oma, aber viele wollen den Kindern ein Stück Tradition in ungewissen Zeiten bieten.“ Er gehe davon aus, dass die Hausbesuche, die meist nicht länger als eine Viertelstunde dauern, mit weniger Kontakt abgewickelt werden. „Der Nikolaus wird Abstand halten, die Geschenke werden nicht direkt von ihm übergeben, sondern innerhalb der Familie verteilt, und Fotos wird es halt keine geben“, so Hilweg. Aber gesungen soll, unter Einhaltung des Babyelefanten-Abstandes, dennoch werden. „Wir hoffen, dass der Nikolaus so keine Maske braucht, denn er wäre sonst schon sehr schwer verständlich“, schließt der Obmann.

Andreas Winterle ist quasi Nikolausbeauftragter der Katholischen Jungschar. „Krampus haben wir keinen, der Nikolaus ist meist alleine unterwegs. Organisiert werden die Besuche aber großteils von den Pfarren.“ Feiern zu Ehren des Heiligen seien auch in diesem Jahr möglich und Hausbesuche: „Sonst muss der Nikolaus halt eine Maske tragen“, so Winterle pragmatisch.

Gerade die Osterzeit sei für Kinder und Familien eine Herausforderung gewesen. Da dürfe die Advent- und Weihnachtszeit nicht zu kurz kommen. „Der heilige Nikolaus ist Schutzpatron der Kinder, und so werden wir alles versuchen, dass der Nikolaus kommen kann.“

Diesbezüglich gebe es Unterstützung von Bischof Hermann Glettler: „Es wird demnächst klare Richtlinien geben, wie die Nikolobesuche möglich sind. Es gibt auch ein Bemühen aller, die Sternsinger-Aktion durchzuführen.“


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