Forderung nach Tempo 80 auf der Autobahn stößt in Kufstein auf Skepsis

Salzburg hat auf der Autobahn Tempo 80 und, wenn es nach Stadtrat Stefan Hohenauer geht, bald auch Kufstein. Für Hohenauer könnte damit ein weiterer Schritt hin zu ruhigeren Nächten der Anrainer gemacht werden.

Symbolfoto.
© Thomas Böhm

Von Wolfgang Otter

Kufstein – Bereits der Kufsteiner Heimatverein hat vor Jahren Tempo 80 auf der Inntalautobahn zwischen Kufstein Süd und der Staatsgrenze gefordert – und wurde von Stadtrat Stefan Hohenauer (Parteifreie) dabei unterstützt. „Ich bin aber mit dem Antrag im Ausschuss untergegangen“, erzählt Hohenauer bedauernd. Dem Heimatverein Kufstein ging es damals in erster Linie um die Luftqualität. Hohenauer will jetzt auch noch stärker den Lärmschutz in den Mittelpunkt stellen. Der ist in Kufstein schon länger ein Thema. Wie berichtet, investiert die Asfinag an die acht Millionen Euro in Ebbs und Kufstein entlang der Autobahn. Aber nicht überall stoßen die Maßnahmen auf ungeteilte Zustimmung. Plötzlich, so die Anrainer, „sei es lauter geworden“. Die Asfinag hatte damals auch damit argumentiert, dass die Arbeiten ja noch nicht fertig seien.

Stefan Hohenauer (Stadtrat): „Die Kombination der Lärmschutzmaßnahmen müsste hoffentlich den Anrainern helfen.“
© Otter

Für Hohenauer könnte jetzt mit Tempo 80 für Pkw bzw. 60 für Lkw ein weiterer Schritt hin zu ruhigeren Nächten der Anrainer gemacht werden. „Dann gibt es eine Kombination. Lärmmindernder Asphalt, Lärmschutzwände und Temporeduzierung, die müssten hoffentlich helfen“, hofft der Stadtrat. Sollte er die Zustimmung des Gemeinderates für den Antrag bekommen, würde er ihn an LHStv. Ingrid Felipe weitergeben. Die Entscheidung würde letztlich aber in Wien fallen.

Die Idee fällt bei Vertretern der zweit- (GKL) und drittstärksten Fraktion (ÖVP) im Gemeinderat auf Skepsis. „Ich bin sicher nicht für den kämpferischen Grüngedanken zu haben, alles zu tun, um Autofahrer zu drangsalieren“, meint etwa Vize-BM Hannes Rauch (ÖVP) und auch GKL-Stadtrat Walter Thaler glaubt nicht, „dass das was Gescheites wird“. Beide würden erst bei Vorliegen einer Fachexpertise, die die Wirksamkeit des Tempolimits bescheinigt, zustimmen. Und laut Thaler sollte man überdies abwarten, „bis alle Arbeiten für die Asfinag-Lärmmaßnahmen abgeschlossen sind“.

Beide sehen auch eine Gefahr, durch die Tempobremse noch einen zusätzlichen Verkehrsstau auf der A12 zu produzieren. „Mir ist lieber, die Fahrzeuge fahren schnell durch, dann lassen sie weniger Dreck da“, meint Thaler.


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