Generationenwechsel beim TVB: „Digitaler“ Obmann fürs Ötztal

Nach 15 Jahren an der Spitze des Ötztal Tourismus wechselt Langzeitobmann und Vollbluttouristiker Bernhard Riml hinter die Kulissen des Talverbandes. Benjamin Kneisl übernimmt.

Im Ötztal Tourismus ist kein Kulturbruch zu erwarten.
© Parth

Von Thomas Parth

Sölden – Nach 15 Jahren an der Spitze des Ötztal Tourismus wechselt Langzeitobmann und Vollbluttouristiker Bernhard Riml hinter die Kulissen des Talverbandes. Seinem Wunsch gemäß folgt ihm ein „junger, digitaler Obmann“ nach. Mit Benjamin Kneisl konnte man sich bereits im Vorfeld der Vollversammlung am 26. November auf einen geeigneten Wahlvorschlag einigen.

Bernhard Riml (scheidender TVB-Obmann): „Dieser Wahlvorschlag sollte ohne Gegenvorschlag durchgehen – gesittet ist gescheiter.“
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„Auf der Tagesordnung steht auch die Genehmigung des Jahresabschlusses. Aber nachdem wir bei der letzten Sitzung für 30 Millionen eine halbe Stunde benötigt haben, wird wohl die Wahl heuer das Hauptthema sein“, gesteht Noch-Obmann Bernhard Riml dem Generationenwechsel die größte Bedeutung zu. Riml, der als talweite Integrationsfigur nicht nur das Vertrauen der Touristiker genießt und als Troubleshooter langjährige Erfahrung in Sachen Krisenfeuerwehr aufweisen kann, will nur noch beraten, „aber sicher nicht hineinreden“. Im Vorstand sollen Hotelier Lukas Scheiber aus Gurgl und Gastronomieversorger Peter Neurauter aus Ötztal-Bahnhof zumindest eine weitere Periode von fünf Jahren weiterarbeiten.

Aufsichtsratsvorsitzender bleibt auch künftig Jakob „Jack“ Falkner von den Sölder Bergbahnen. „Dieser Wahlvorschlag sollte ohne Gegenvorschlag durchgehen“, hofft der scheidende Obmann Riml: „Eine gesittete Übergabe ist gescheiter.“ Damit spielt Riml auf die aufgeflackerten Meinungsunterschiede über die Obmannschaft an. „Der Ötztaler Weg, auch die kleineren Orte mitzunehmen, hat sich über die Jahre bewährt. Der Vorstand steht somit auch für dieses Erfolgsrezept und die Kontinuität“, ist Riml überzeugt. Man halte auch weiterhin daran fest, alle Orte und alle Branchen im Ötztal Tourismus widerzuspiegeln. Mit 72 Jahren könne man zwar noch US-Präsident werden, aber „ich mache keine weiteren fünf Jahre den Obmann“, so Riml, der seit Mai an einem hartnäckigen Knieleiden laboriert.

„Der Mut der Jungen und die Erfahrung der Älteren führt zum Erfolg“, gibt der designierte TVB-Obmann, Benjamin Kneisl, zu verstehen. Als HTL-Abgänger und Quereinsteiger aus der Baubranche ist der 33-jährige 2009 wieder in das elterliche „Grünwald Resort Sölden“ zurückgekehrt. „Die Kommunikation spielt sich heute im digitalen Bereich ab“, kommentiert Kneisl die Aussage seines Vorgängers, dass man im Ötztal künftig einen „digitalen Obmann“ brauche. „Das Ötztal ist sehr gut aufgestellt. Der Geschäftsführer Oliver Schwarz leistet mit seinem Team irrsinnig gute Arbeit und wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um ihn im Ötztal zu halten“, attestiert Kneisl. Als „optimistischer Mensch“, so die Selbsteinschätzung, blicke er der kommenden Wintersaison zuversichtlich entgegen. Auch stehe er hinter der neuen Zentrale des Ötztal Tourismus, wo gerade das letzte Geschoß betoniert wurde: „Wir wollen das Profil des Ötztals schärfen. Dazu gehört auch ein repräsentatives Gebäude.“

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