Nachhaltige Ortsteilentwicklung: In Rum hängt der Haussegen schief

Die Entwicklung von Volksschule und Kindergarten Neu-Rum ist nur eine der wichtigen Zukunftsfragen im bevölkerungsreichen Ortsteil.
© Domanig

Rum – Nachdem einem Antrag zum Thema nachhaltige Ortsteilentwicklung im Rumer Gemeinderat keine Dringlichkeit zuerkannt wurde, herrscht in der Gemeindepolitik dicke Luft.

Der Antrag, initiiert von Vize-BM Franz Saurwein (Zukunft Rum – VP), hätte vorgesehen, „umgehend“ einen Entwicklungsprozess für Neu-Rum einzuleiten, mit dem Ziel eines „Masterplans“ zur Gebietsentwicklung – speziell im Bereich zwischen Serles-, Inn-, Flur- und Siemensstraße. Neben Volksschule, Kindergarten und Sozialem Kompetenzzentrum, die in den nächsten Jahren erneuert bzw. erweitert werden sollen, hätte der Entwicklungsprozess auch angrenzende private Liegenschaften umfassen sollen, erklärt Saurwein.

Als externe Prozessbegleiterin sollte dem Antrag zufolge eine Gemeindeentwicklungsfirma beauftragt werden, samt Einbindung der Liegenschaftseigentümer und der lokalen Bevölkerung.

Der Antrag hätte von ÖVP, FPÖ, Grünen, einem freien Gemeinderat und der SPÖ-Bürgermeisterliste gemeinsam getragen werden sollen, sagt Saurwein. Doch die SPÖ habe ihn „trotz Vorgesprächen und vorheriger Zusagen“ kurzfristig „abgewürgt“. Damit blockiere die SPÖ eine „einmalige Möglichkeit für eine ganzheitliche Ortsteilentwicklung“. Die rote Liste sei „offenkundig hauptsächlich mit sich selbst und internen Machtkämpfen beschäftigt“, ätzt Saurwein.

Auf den letzten Antrag zum Thema habe es neun Monate keine Reaktion gegeben, ärgert sich auch GR Bernhard Kirchebner (Grüne). Der jetzige, „nachgeschärfte“ Antrag wurde dem Infrastrukturausschuss zugewiesen. „Jetzt schieben wir es wieder vor uns her“, bilanziert Kirchebner.

Vize-BM Romed Giner und GV Markus Prajczer (beide SPÖ) sehen das völlig anders. Der Antrag sei „von der Intention her richtig“, betont Prajczer, es sei aber „ungeschickt“, darin schon ein „Präjudiz“ vorzunehmen, welche Firma mit dem Prozess beauftragt werden soll. „Lieber sollten wir das Ganze nochmals im Ausschuss diskutieren und dann einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen beschließen.“

„Wir sind alle dafür, dass in Neu-Rum was weitergeht“, stellt auch Giner klar. Von Lehrern und Direktion der Volksschule liege inzwischen ein „tolles Konzept“ zum Raumbedarf vor, auch die Kindergartenleitung habe er um ein solches gebeten.

BM Edgar Kopp hat ebenfalls „mit der Dringlichkeit ein Problem“. Neu-Rum sei aktuell mit großen Baustellen belastet (rund um die Verlängerung der Tram/Regionalbahn und komplexe Leitungsarbeiten, Anm.), man müsse nicht sofort wieder aufs Gas steigen. Ähnlich GR Josef Karbon („Das neue Rum“): Die Ortsteilentwicklung sei ein „Jahrhundertprojekt – jetzt in der Krise mit ihren vielen Unwägbarkeiten, auch für Unternehmen, sei aber ein denkbar schlechter „Startpunkt“. Und: „Als Erstes müssen einmal wir als Gemeinde sagen, was wir eigentlich wollen.“ (md)


Kommentieren


Schlagworte