Missbrauchsvorwürfe gegen NGOs im Kongo

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Ebola-Helfer im Kongo wollen auch die beschuldigten Hilfsorganisationen diese prüfen. Man habe „sofort eine international geführte Untersuchung eingeleitet“, als man das erste Mal auf die Vorwürfe aufmerksam gemacht worden sei, teilte World Vision am Mittwoch mit. Diese dauere noch an. Auch Ärzte ohne Grenzen (MSF) teilte mit, man nehme Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs und Ausbeutung ernst.

Die UNO-Kinderhilfsorganisation (UNICEF) sagte, man habe drei Vorwürfe der sexuellen Ausbeutung und Missbrauchs gegen Partnerorganisationen im Kongo erhalten, zwei davon würden intern untersucht. Die Opfer würden psychologische und medizinische Hilfe erhalten.

Die Nachrichtenseite „The New Humanitarian“ veröffentlichte am Dienstag mit der Thomson Reuters Foundation einen Bericht, wonach 51 Frauen im Kongo mehreren Ebola-Helfern von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie von NGOs sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zwischen 2018 und 2020 vorgeworfen haben. Die WHO erklärte bereits am Dienstag, man werde die Anschuldigungen rigoros prüfen.

World Vision stellt nach eigenen Angaben verschiedene Melde- und Beschwerdemechanismen zur Verfügung. Daher sei man „äußerst besorgt zu hören, dass Frauen sagen, sie seien nicht in der Lage, über Erfahrungen von Missbrauch und Ausbeutung zu berichten“. Auch MSF habe Melde-Mechanismen; diese hätten keine Beschwerden erhalten, die zu den im Bericht beschriebenen Umständen passen würden, hieß es.

Von August 2018 bis Ende Juni diesen Jahres herrschte im Osten des Kongos eine verheerende Ebola-Epidemie. 3.481 Menschen erkrankten und 2.299 Menschen starben. Der bisher zehnte Ebola-Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land war besonder schwer in den Griff zu bekommen, weil in der betroffenen Region Konflikte herrschen. Derzeit gibt es im Westen des Kongos eine neue Ebola-Epidemie.


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