Hohe Strafen drohen: Ausflug mit Einkauf im Allgäu kann jetzt teuer werden

Von Besorgungs- oder Ausflugsfahrten ins benachbarte Allgäu rät Außerferns Polizeichef Egon Lorenz dringend ab. Sie sind verboten, hohe Strafen drohen.

Seit Monaten wird auf deutscher Seite des Grenztunnels der gesamte Verkehr über die Kontrollstelle der Bundespolizei geleitet.
© Helmut Mittermayr

Von Simone Tschol

Reutte – Vor einer Woche stufte Deutschland Tirol als Risikogebiet ein. Bei der Rückkehr nach Deutschland muss entweder ein negativer Coronavirus-Test vorgewiesen werden, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, oder es gilt eine verpflichtende, 14-tägige Quarantäne. Davon ausgenommen sind Bundesbürger, die sich weniger als 48 Stunden in Tirol aufgehalten haben, einen negativen Test (nicht älter als 48 Stunden) vorlegen können, Berufspendler, Personen, die einen unaufschiebbaren Arzttermin haben, bzw. jene, die einen sonstigen triftigen Reisegrund haben. Hierzu zählen insbesondere soziale Aspekte wie etwa ein geteiltes Sorgerecht, der Besuch des Lebenspartners, die Pflege schutzbedürftiger Personen oder schlichtweg die Durchreise durch Bayern.

Aber wie sieht es für die Menschen in den Grenzregionen aus, die zum Einkaufen mal kurz rüber nach Bayern wollen? „Das ist schlichtweg nicht erlaubt“, findet Bezirkspolizeikommandant Egon Lorenz klare Worte. Die Unsicherheit bei der Außerferner Bevölkerung ist diesbezüglich groß, zumal die Zahl der Infizierten im Bezirk gegen null geht. Entsprechend viele Anfragen gab es an den Außerferner Polizeiinspektionen. Lorenz rät dringend von Fahrten über die Grenze ab. „Das Risiko, dass man gestraft wird ist groß. Schließlich fällt man dort mit einem Reuttener Kennzeichen auf wie ein bunter Hund.“

Und es wird kein Auge zugedrückt, wie Polizeihauptkommissar Dominic Geißler von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten bestätigt. „Wenn jemand mit Tiroler Kennzeichen angehalten wird, muss er natürlich mit einer Kontrolle rechnen. Sollte er keinen triftigen Grund für einen Aufenthalt vorweisen können, wird natürlich auch eine Strafe fällig“, sagt Geißler. Und diese kann laut Bußgeldkatalog des Bayerischen Ministeriums für Gesundheit und Pflege zwischen 500 und 10.000 Euro betragen. Geißler: „Uns rufen auch Bürger an, dass 20 Autos mit Reuttener Kennzeichen in Füssen vor dem Aldi stehen. Dann rückt selbstverständlich auch eine Streife aus.“

Lorenz rät, bei Unklarheiten die Bayerische Hotline unter Tel. 0049/89122 220 zur tagesaktuellen Corona-Lage zu kontaktieren. „Für die Außerferner würde sich auch die Hotline des Landratsamtes Ostallgäu anbieten. Diese ist montags bis donnerstags, von 8 bis 17 Uhr und freitags, von 8 bis 12.30 Uhr unter 0049/8342911623 erreichbar“, so Lorenz abschließend.

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