Forderung nach Tempo 80 auf Autobahn bei Kufstein spaltet Politik

Die geforderte Tempobremse auf der Autobahn bei Kufstein wirft im Gemeinderat Gräben auf. Die Zustimmung hängt am seidenen Faden.

Tempo 100 auf der Autobahn ist in Kufstein ein umstrittenes Thema. In einem Antrag wird ein Achtziger im Stadtgebiet verlangt.
© thomas boehm

Kufstein – Stadtrat Stefan Hohenauer (Parteifreie) hat die Diskussion in Schwung gebracht: Er möchte Tempo 80 für Pkw bzw. 60 für Lkw auf der Autobahn für die rund sechs Kilometer zwischen Kufstein Süd und Staatsgrenze beim Ministerium beantragen (die TT berichtete). Hohenauer erhofft sich dadurch weniger Lärm und Schadstoffe. Am Mittwoch ist der Gemeinderat am Zug. Doch die Zustimmung ist ungewiss. Selbst die Grünen sagen „Ja, aber“, denn GR Victoria da Costa will Tempo 80/60 mit Nachbesserungen beim Lärmschutz an der A12 verquicken und fordert ein „Gesamtkonzept“.

VP-Vizebürgermeister Hannes Rauch hat bereits Nein gesagt und vom „Drangsalieren“ der Autofahrer gesprochen. „Das ist nur ein Wahlkampfgag“, legt er noch nach. Es bringe weder aus Sicht der Lärmminderung noch des Schadstoffausstoßes etwas. Für die FP (die nicht im Gemeinderat sitzt) „ist es ein Schildbürgerstreich, der für die Verkehrssicherheit gefährlich ist“, so LA Christofer Ranzmaier. Stadtrat Walter Thaler von der GKL hat ebenfalls nichts „Gescheites“ darin gesehen. Es sei besser, wenn die Autos möglichst rasch den Abschnitt durchqueren können.

Unter die Unterstützer reiht sich GR Horst Steiner (Bürgerliste) ein, der Geschlossenheit einfordert. Auch Fritz Gurgiser vom Transitforum steht dahinter, denn „mit so einer Maßnahme wird die Bevölkerung nicht ,drangsaliert‘, sondern entlastet. Wer das nicht versteht, der hat in der Politik nichts verloren.“ (wo)

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