Antisemitische Attacke vor Hamburger Synagoge

Vor der Hamburger Synagoge ist es Berichten zufolge am Sonntagnachmittag zu einer offenbar antisemitischen Attacke gekommen. Wie „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR berichteten, griff ein militärisch gekleideter Mann dort einen jüdischen Studenten an. Der Täter soll den Studenten mit einer Schaufel geschlagen und verletzt haben, bevor Sicherheitskräfte der jüdischen Gemeinde ihn überwältigen, festnehmen und die vielen Besucher der Synagoge in Sicherheit bringen konnten.

Das Opfer soll mit einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht worden sein. Die Polizei Hamburg berichtete später, dass es sich bei dem Angreifer um einen 29-jährigen Deutschen mit kasachischen Wurzeln handelte. Es sei sehr schwierig, ihn zu vernehmen, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend. Das Opfer ist demnach ein 26-jähriger jüdischer Student.

Sowohl die militärische Kleidung als auch das Datum der Attacke wecken Erinnerungen an den Anschlag auf die Synagoge von Halle vor knapp einem Jahr. Dort hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein schwer bewaffneter Rechtsradikaler versucht, in die Synagoge einzudringen und die Betenden zu ermorden. Nun wurde am Sonntag wurde Sukkot gefeiert, das Laubhüttenfest, das im jüdischen Kalender unmittelbar auf Jom Kippur folgt.

Der mutmaßliche Attentäter von Halle, Stephan B., muss sich derzeit vor dem Oberlandesgericht in Magdeburg verantworten. B. hatte am 9. Oktober vergangenen Jahres bei einem letztlich fehlgeschlagenen Anschlag auf die Synagoge in Halle zwei Menschen erschossen, die er auf der Straße und in einem Imbiss antraf. Sein Versuch, in das Gotteshaus einzudringen, scheiterte dagegen an der massiven Tür.


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