Im Sommer war viel los im Zillertal – dennoch Nächtigungsminus

Mayrhofen bilanziert durchwegs mit einem Minus in diesem Sommer, am Achensee gab’s ab Juli dagegen Zuwächse.

Der Achensee: Im Mai und Juni gab es hohe Einbußen bei den Nächtigungen, ab Juli war dann aber mehr los als im Vorjahr.
© Dähling

Von Angela Dähling

Mayrhofen, Achensee – „So viel los wie diesen Sommer war bei uns noch nicht mal im Winter“, sagt die Verkäuferin eines Lebensmittelgeschäftes in Mayrhofen. Auch so manche Tourismusbetriebe hätten diesen Sommer das Geschäft ihres Lebens gemacht, wird erzählt. Glaubt man der Nächtigungsstatistik, kamen aber deutlich weniger Urlauber heuer ins Zillertal. „Von Mai bis einschließlich August beläuft sich das Nächtigungsminus im gesamten Tal auf 25,5 Prozent“, weiß Mayrhofens TVB-GF Andreas Lackner. „Bei uns in Mayr­hofen-Hippach waren es -31 %, wobei es im Juli -20 % und im August -9 % waren. Auch der September dürfte bei -9 % liegen“, sagt Lackner.

Das so viel los war im hinteren Zillertal, hat laut ihm an vielen Tagesgästen und Ausflüglern gelegen. Insgesamt sei der Sommer besser als im April erwartet verlaufen. Was die zwischen Mai und September getätigten Buchungen für Dezember und Jänner betreffen, lag das Minus Ende letzter Woche bei 19 Prozent. „Das ändert sich aber täglich“, weiß Lackner. Wegen der unsicheren Wintersituation bieten viele Betriebe kostenlose Stornos bis zwei Tage vor Anreise an. Am Achensee gab es von Juli bis einschließlich September Nächtigungszuwächse, im August etwa ein Plus von 9 %, informiert Martin Tschoner, TVB-GF vom Achensee Tourismus. Allerdings habe sich das satte Minus vom Mai und Juni nicht mehr wettmachen lassen. So bilanziert der Achensee diesen Sommer laut Tourismusstatistik des Landes mit -19 Prozent.

„Unser starkes Marketing-Engagement am österreichischen Markt hat sich aber bezahlt gemacht“, sagt Tschoner. Mit 200.000 Euro habe man die bisher größte Österreichkampagne für den Sommer in Ballungszentren wie Wien und Linz durchgeführt. „Den Marktanteil der Österreicher haben wir von acht auf 16 Prozent verdoppeln können“, sagt Tschoner. Zudem hätten viele Deutsche ihren Haupturlaub an den Achensee verlegt. Daher seien die Ankunftszahlen weniger stark gestiegen als die Aufenthaltsdauer. „Normalerweise ist bei uns auch der Oktober gut gebucht. Aber die Reisewarnung hat viele unserer Bemühungen nicht fruchten lassen“, sagt Tschoner. Das führe auch dazu, dass etliche Betriebe, die normalerweise bis 2. November offen haben, schon jetzt schließen.


Kommentieren


Schlagworte