Konflikt in Berg-Karabach fordert immer mehr Todesopfer

Im Konflikt in der Südkaukasus-Region Berg-Karabach ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums von Montag wurden innerhalb eines Tages mehr als 20 eigene Soldaten getötet. Zudem seien 20 Zivilisten ums Leben gekommen. Damit stieg die Zahl der Getöteten auf armenischer Seite auf 250. Aserbaidschan sprach von mehr als 24 getöteten Zivilisten seit Beginn der neuen Kämpfe vor gut einer Woche.

Angaben zu Verlusten in der Armee wurden nicht gemacht. Zu Wochenbeginn gab es neue heftige Gefechte.

Russlands Staatschef Wladimir Putin forderte einen „sofortigen“ Waffenstillstand. In einem Telefonat mit Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan diskutierten die beiden die Lage in der Krisenregion, die zu „schweren Opfern“ geführt habe, wie der Kreml am Montag mitteilte. Die NATO appellierte indes an die Türkei, für Deeskalation in der Region zu sorgen.

„Ich erwarte, dass die Türkei ihren erheblichen Einfluss nutzt, um Spannungen abzubauen“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Ankara. „Wir sind zutiefst besorgt über die Eskalation der Feindseligkeiten. Alle Seiten sollten sofort aufhören zu kämpfen und einen Weg zu einer friedlichen Lösung finden.“

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Die Türkei steht auf der Seite Aserbaidschans. Armenien sieht dagegen Russland als Schutzmacht. Der seit Jahrzehnten dauernde Konflikt zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken war vor gut einer Woche eskaliert. Seither kommt es zu den schwersten Gefechten seit Jahren. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld daran.

Armenien beschuldigt die Türkei, direkt in die Gefechte in der Konfliktregion verwickelt zu sein. Ankara hatte zwar immer wieder seine Unterstützung für Baku betont, aber nicht bestätigt, an den Gefechten direkt beteiligt zu sein. Auch der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

In der umkämpften Region Berg-Karabach leben rund 145.000 Menschen. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 gilt eine brüchige Waffenruhe.


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