Hunderte Meter Stau: Screening-Straße in Innsbruck stößt an Kapazitätsgrenzen

Am Parkplatz der Olympiaworld staut es sich derzeit regelmäßig. Bei vielen, die sich testen lassen, liegen die Nerven blank. Eine Lösung ist bislang nicht in Sicht.

Mehrere hundert Autos werden täglich in Innsbruck abgewickelt, allein am Montag waren es 580.
© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – Dienstagfrüh, 9 Uhr, Olympiaworld in Innsbruck. Am Parkplatz, der zur Zufahrt zur Corona-Screening-Straße der Landeshauptstadt umfunktioniert wurde, staut es sich. Bis zu den Sillhöfen zurück und damit einige hundert Meter die Olympiastraße entlang reicht die Autoschlange. Lenker hupen. Bei vielen, die sich hier auf das Coronavirus testen lassen, liegen die Nerven blank. Lara Berisha sieht es etwas entspannter: „Seit einer Stunde warte ich, bis ich drankomme, wird es wohl noch eine weitere dauern. Das ist schon lästig, aber ob ich jetzt hier oder zuhause rumsitze, ist egal.“ Berisha hatte engen Kontakt zu einem Corona-Infizierten, bekam einen Quarantäne-Bescheid zugeschickt und muss an diesem Morgen prüfen lassen, ob auch sie sich angesteckt hat.

Der Stau reichte gestern Vormittag vom Parkplatz der Innsbrucker Olympiaworld bis zu den Sillhöfen zurück.
© Foto Rudy De Moor

Dass es sich bei der Screening-Straße staut, ist Elmar Rizzoli durchaus bekannt. „Seit knapp drei Wochen sind wir mit dem Fahrzeugaufkommen über jenem zu den Hochzeiten des Lockdowns im März“, sagt der Leiter des Corona-Einsatzstabes des Landes Tirol. Allein am Montag wurde bei den Insassen von 580 Autos ein Abstrich genommen, abends mussten 70 Wagen weggeschickt werden, die dann gestern Früh wieder zur Olympiaworld kamen. „Wir sind an den Platz- und Kapazitätsgrenzen angekommen“, meint er. Lösung für das Problem, das laut Rizzoli allerdings nicht dauerhaft und nur zu Stoßzeiten bestünde, gibt es keine. Logistisch seien die Möglichkeiten limitiert, „wir können kein Zentrum bauen, bei dem jeder nur zehn Minuten warten muss“, sagt er. „Und die Zuweisung von zu Testenden auf gewisse Zeitfenster funktioniert nicht. Wir haben das bereits versucht, nur wurden die Termine überhaupt nicht eingehalten.“

Kritisch sieht die Situation Heinz Fuchsig, Umweltreferent der Tiroler und Österreichischen Ärztekammer. Er fürchtet, dass im Winter die Staus zunehmen könnten, weil bei feucht-kaltem Wetter die Verkühlungen häufiger würden. Er verweist auf Studien, die belegen würden, dass sich Krankheitsverläufe von Covid-Patienten verschlechtern würden, wenn diese lange Zeit Luftschadstoffen ausgesetzt seien. „Die Mehrzahl der Wartenden lässt den Motor laufen. Das erhöht das Risiko, schwerer zu erkranken.“ (bfk, aheu)

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