Härtetest für ersatzgeschwächtes ÖFB-Team gegen Griechenland

Das Testspiel der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF 1) im Klagenfurter Wörthersee Stadion gegen Griechenland steht unter ungewöhnlichen Vorzeichen. ÖFB-Teamchef Franco Foda fehlen aus verschiedensten Gründen gleich 15 Akteure, daher sind nun viele Spieler aus der zweiten Reihe gefordert, eine erfolgreiche Generalprobe für die Nations-League-Partien in Nordirland und Rumänien abzuliefern.

Der Coach zeigte sich trotz der Personalsorgen zuversichtlich. „Ich bin von allen Spielern, die hier sind, hundertprozentig überzeugt. Und ich bin der Überzeugung, dass der eine oder andere auf sich aufmerksam machen wird“, erklärte Foda. In seinem Kader stehen mit Sasa Kalajdzic, Raphael Holzhauser, Marco Friedl und Maximilian Ullmann vier potenzielle Debütanten, zumindest zwei von ihnen - Holzhauser und Friedl - dürften beginnen.

Kalajdzic wäre ebenfalls für einen Platz in der Startformation vorgesehen. Allerdings laboriert der Zwei-Meter-Stürmer des VfB Stuttgart an Adduktorenproblemen, sein Einsatz ist fraglich. Im Tor wird wohl Pavao Pervan stehen, die Abwehrreihe soll von Christopher Trimmel, Stefan Posch, Aleksandar Dragovic und Friedl gebildet werden. Als Kandidaten für die Offensiv-Positionen gelten Alessandro Schöpf und Louis Schaub.

Die ungewöhnliche Aufstellung ist die Folge von Verletzungen und durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Problemen. „Die letzten Tage waren nicht einfach für alle Beteiligten. Wir mussten sehr viel improvisieren, aber das gehört in so einer außergewöhnlichen Situation dazu“, sagte Foda. Die Freude an seiner Teamchef-Tätigkeit hat der Deutsche deshalb nicht verloren. „Das ist nach wie vor ein toller Job, ich habe nach wie vor viel Spaß.“

An Fodas guter Laune soll sich auch nach dem Griechenland-Match nichts ändern. „Die Mannschaft ist sehr, sehr willig, und ich bin überzeugt, dass sie ein gutes Spiel an den Tag legen wird“, meinte der 54-Jährige. Die beiden September-Partien waren für Foda „sehr zufriedenstellend, auch wenn das Ergebnis gegen Rumänien (Anm.: 2:3) nicht gepasst hat“.

Steigerungspotenzial gebe es vor allem im Defensivverhalten und bei eigenen Angriffen im letzten Drittel des Gegners. „Wir wollen in Ballbesitz dominant sein, zügig nach vorne spielen und gegen den Ball aktiv sein“, gab Foda als Marschroute vor.

Vor den Griechen zeigte der ÖFB-Nationaltrainer Respekt. „Sie sind mit ihrem niederländischen Trainer (Anm.: Johannes van‘t Schip) auf kontinuierlichen Spielaufbau bedacht, sind variabel und haben eine ähnliche Spielanlage wie Rumänien. Aber letztlich wird entscheidend sein, wie wir auftreten“, betonte Foda.

Seine Mannschaft absolviert am Donnerstag noch ein Regenerationstraining in Klagenfurt. Am Freitag erfolgt mit den gegen Griechenland geschonten David Alaba und Xaver Schlager, aber ohne den nach Bremen zurückkehrenden Friedl der Abflug nach Belfast. Dort geht es am Sonntag im Rahmen der Nations League gegen Nordirland.

Drei Tage später steht wieder in der Nations League in Ploiesti das Spiel gegen Rumänien auf dem Programm. Die am Dienstag von Rumänien verhängte Reisewarnung für Österreich ist übrigens für das ÖFB-Team nicht relevant, weil der Aufenthalt nur kurz ist und vor der Einreise ein PCR-Test bei allen Beteiligten durchgeführt wird.

Die beiden kommenden Nations-League-Gegner Österreichs bestreiten am Donnerstag ihre EM-Play-off-Semifinali - Nordirland in Bosnien, Rumänien auf Island. ÖFB-Scouts werden in diesen Partien nicht vor Ort sein, berichtete Foda. Man wolle den eigenen Mitarbeitern strapaziöse Reisen und die Gefahr einer Infektion ersparen. Daher werden diese Matches per Video analysiert.


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