Junge Geburtshelfer für einen klimafitten Wald im Bezirk Landeck

Mit neuen Baumarten wird der Wald im Bezirk Landeck klimafit gemacht. Die Patenschaft für ein Projekt übernimmt das Gymnasium Landeck.

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Landeck haben heuer dabei geholfen, den Wald klimafit zu machen.
© Altenbuchner – BRG/BORG Landeck

Von Matthias Reichle

Zams, Landeck – Braune Wipfel, tote Bäume – dem heimischen Wald geht es längst nicht mehr so gut. „Man muss nur die Kieferbestände am Inn zwischen Landeck und Innsbruck anschauen“, betont Harald Maynollo von der Bezirksforstinspektion Landeck. Dort ist die Entwicklung augenscheinlich. Auch die Fichten kämpfen mit dem Klimawandel, den steigenden Temperaturen und den trockenen Sommern der letzten Jahre. Besonders betroffen sind dabei aber die niederen Lagen rund um Landeck.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es auf der kleinen Fläche direkt am Radweg unterhalb der Zammer Kronburg. Dort gedeihen auf einer 600 Quadratmeter großen Fläche seit kurzem Vogelkirschen, Winterlinden und Weißtannen neben Traupeneichen und Bergahorn. Die jungen Pflänzchen wurden frisch gesetzt. Sie hatten einen besonders guten Start – mit 40 engagierten „Geburtshelfern“. Schüler der zweiten Klassen des Gymnasiums Landecks schwangen persönlich den Pickel und übernehmen auch die Patenschaft für die Mutterbauminsel, die dort entsteht.

14.000 klimafitte Bäume

Ihr Ziel: den Wald der Zukunft durch angepasstere Baum­arten klimafit zu machen. Ähnliche „Inseln“ wurden heuer in allen Gemeinden des Bezirks angelegt, wie Maynollo erklärt. „14.000 klimafitte Bäume wurden bzw. werden noch im Herbst aufgeforstet.“ Damit das Projekt gelingt, hat man darüber hinaus 97 Zäune aufgestellt, um die jungen Pflanzen zu schützen – insgesamt 10.300 Laufmeter. Das Projekt „Klimafitter Wald“ kostet 230.000 Euro und wird zu 70 Prozent von der EU durch das Leader-Programm gefördert. Wir sind damit „Vorreiter“, wie der Mitarbeiter der Bezirksforstinspektion Landeck erklärt – längst hat man begonnen, die Idee auch im Rest Tirols umzusetzen. „Wir sind aber besonders betroffen, weil wir in der Region die geringsten Niederschläge der Zentralalpen haben.“ In der Gegend um Prutz fallen 600 Milliliter pro Jahr. „Die Fichte ist da schon am Limit.“ Wenn es besondere Trockenperioden gibt, ist das oft fatal.

Dem wirkt man entgegen, indem man Arten wie die Flaum­eiche setzt, die wenig Wasser braucht. Die ersten Jahre im Leben eines Baumes sind aber entscheidend – und auch hier sind die Baumpaten gefragt. „Sie werden immer wieder vorbeischauen“, erklärt der Direktor des Landecker Gymnasiums Otto Siegele. Dabei werden sie die ­jungen Bäumchen von Unkraut befreien, bis diese groß genug sind.

Weitere Klimaprojekte

Es ist nicht das einzige Klimaprojekt, das die Schule heuer angeht. „Wir haben einen Klimaschwerpunkt, den wir künftig in den zweiten Klassen verankern wollen“, so Siegele. Treibende Kraft dahinter ist Lehrerin Karin Waldegger.

Ihre Ansprechpartnerin ist Ulli Totschnig, Projektkoordinatorin in der „Klar“ – der Klimaanpassungsmodellregion des Bezirks – und Partnerin im Projekt „Klimafitter Wald“. Es gehe darum, „Bewusstsein zu schaffen“, erklärt diese – nicht nur bei den Jungen, sondern in der Gesamtbevölkerung.

Schulen haben sich aber besonders engagiert. Patenschaften für Mutterbauminseln haben heuer auch die Neuen Mittelschulen in Zams und Fließ übernommen, bestätigt sie. Die Projekte werden auch in den kommenden Jahren weiterlaufen. Bildungseinrichtungen, die sich beteiligen wollen, seien herzlich willkommen, heißt es aus der Bezirksforstinspetion.


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