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Corona-Schutz in Tiroler Klassenräumen: „Thema Lüften wurde verschlafen“

Unterrichtsminister Faßmann empfiehlt regelmäßiges Lüften. In Tirols Schulen wird das teils übertrieben. Experten forderten schon vor Corona professionelle Lüftungsanlagen.

Direktor Georg Klammer, Ursulinen, kann entspannt sein.
© Thomas Boehm / TT

Von Alexandra Plank

Innsbruck – Die Vorgabe des Ministeriums ist richtig und wichtig: Die Schulen sollen die Klassenräume regelmäßig gut durchlüften. In der Praxis erleben manche Schüler derzeit quasi einen Open-Air-Unterricht im Schulgebäude: Die Fenster sind durchgehend geöffnet, in der Pause werden sie geschlossen, damit kein Kind verunfallt. Generell macht jeder, was ihm richtig vorkommt: An einer Schule wurde ein Klingeln installiert, das alle 20 Minuten auf das Lüften aufmerksam machte. Der penetrante Ton wurde abgeschaltet, die Fenster blieben fortan ständig gekippt. Eltern von Volksschulkindern wurden angewiesen, dem Nachwuchs eine Lüftungsgarnitur für die Klasse, bestehend aus Kappe und Jacke, mitzugeben. „Das klingt erst absurd. In der Schule gilt es jedoch täglich, Situationen zu vermeiden, in denen etwa alle in die Garderobe drängen“, sagt Peter Spanblöchl, Vorsitzender der Landesvertretung Pflichtschullehrer. Dabei ist der Begriff Lüften im Hygienehandbuch genau definiert: „Die Schulräume sind regelmäßig, auch während des Unterrichts, zu lüften. Die Festlegung fixer Intervalle für das Lüften (etwa alle 20 Minuten) unterstützt die Umsetzung und senkt die Viruskonzentration und damit die Wahrscheinlichkeit einer Infektion sehr deutlich.“

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