Fragen zu Quarantäne und Schule: Bildungsdirektor gibt Antworten

Mit Donnerstagabend sind 1045 von 93.000 Schülern in Tirol in Quarantäne.
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Innsbruck – Es sind viele Mails und Anrufe, die die TT-Redaktion bezüglich Quarantäne und Schule erreichen. Aus Sicht mancher Eltern ist die Vorgehensweise von Schule zu Schule verschieden. Dementsprechend groß ist die Aufregung – vor allem unter berufstätigen Eltern: „Unser Sohn ist HAK-Schüler und zehn Tage in Quarantäne, weil es in der Klasse einen positiven Fall gab. Er und alle anderen wurden negativ getestet. Jetzt sitzen gesunde Kinder zehn Tage daheim, wir sind beide selbstständig und können ihn nicht den ganzen Tag betreuen“, sagt Johanna Sageder. Ein anderes Kind einer alleinerziehenden Mutter wurde von K2 auf K1 eingestuft und ist auch daheim: „Ich kann nicht einen 14-Jährigen zehn Tage allein daheim einsperren“, sagt sie.

Bildungsdirektor Paul Gappmaier gibt Antworten auf häufige Fragen:

Wenn ein Familienmitglied positiv ist, fällt dann der Schulbesuch für die Kinder flach?

Die Gesundheitsbehörde entscheidet über die Quarantäne. Erziehungsberechtigte müssen der Schulleitung melden, wenn beim Schüler oder einem Haushaltsmitglied ein Corona-Verdacht oder eine bestätigte Erkrankung auftreten.

Muss bei Symptomen des Schülers zuhause stets sofort ein Arzt konsultiert werden?

Das liegt in der Verantwortung der Eltern. Gemäß Covid-19-Schulverordnung geht man ab 37,5°C oder plötzlichem Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns von einem Verdachtsfall aus.

Wird bei Quarantäne gleich auf Home-Schooling umgestellt?

Sollte eine Klasse unter Quarantäne gestellt werden, muss die Schule sofort für die Klasse Distance Learning anbieten.

Haben sich Gurgeltests an Schulen bewährt?

Es gibt zwei Arten: a.) Querschnittsstudie des Bildungsministeriums in ganz Österreich, für die tirolweit nach dem Zufalls- prinzip 20 Schulen ausgewählt wurden, dort wieder wahllos Schüler und Lehrer, die alle drei bis fünf Wochen mittels Gurgeln auf Covid-19 getestet werden. Ziel der Studie ist, ein Bild der Infektionslage an den Schulen zu bekommen. Die erste Testung ist am 20. Oktober; b.) Corona-Schnelltests bei Verdachtsfällen an Schulen: Diese Gurgeltests sollen zu schnelleren Ergebnissen führen.

Gibt es Schulen, die geschlossen werden?

In einzelnen Schulen kann es sein, dass bei gehäuften Fallzahlen mehrere Klassen – oder alle Klassen – im Distance Learning unterrichtet werden, weil sie in Quarantäne sind oder wegen Absonderungen zu wenig Lehrer bereitstehen, um den Unterricht aufrechtzuerhalten. Eine generelle Umstellung auf Distance Learning ist für die Sekundarstufe 1 (Schüler ab 14 Jahren) erst ab der Ampelfarbe Orange vorgesehen, für die jüngeren Kinder ab Rot. (lipi, pla)


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