Positive Schneekontrolle für Weltcup-Auftakt in Sölden: Piste fertig, Plan steht

Neun Tage vor dem Ski-Weltcup-Auftakt in Sölden läuft alles nach Plan – nach einem wegen der Corona-Pandemie richtungsweisenden.

Bernadette Schild und Franziska Gritsch zogen zu Fuß Spuren.
© gepa

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Nebel, leichter Wind mit Schneeverwehungen und minus fünf Grad Celsius – der Winter ist auf dem Ötztaler Gletscher längst angekommen. Österreichs Skirennfahrerinnen ebenfalls. Die Riesentorläuferinnen setzten dort gestern zum Training an. Wegen des Wetters blieb es bei einigen wenigen Probeläufen – allerdings nur noch abseits des berüchtigten Weltcuphangs. „Die Strecke ist im Prinzip fertig“, sagt Pistenchef Isidor Grüner und blickt auf die noch laufenden Schneekanonen im Steilen. In den nächsten Tagen werde noch präpariert und aufgebaut, die Tore schraube man wie immer erst am Tag vor dem Rennen am 17. Oktober dann in Eis und Schnee.

❄️⛷✅ Positive Schneekontrolle für Weltcup-Auftakt in Sölden

Der Internationale Skiverband (FIS) hat am Donnerstag mitgeteilt, dass die Schneekontrolle für den Auftakt des Alpin-Weltcups auf dem Rettenbachferner oberhalb von Sölden positiv ausgefallen ist. Einer planmäßigen Durchführung der zwei Riesentorläufe stehe daher nichts im Wege.

Trotz aller bei dem Event im Zuge der Covid-19-Pandemie auftretenden Probleme werde es "in Sachen Präparierung und Sicherheit überhaupt keine Kompromisse geben", verkündete FIS-Renndirektor Markus Mayr. "Die Basis ist da, es ist genug Schnee da. Es braucht keine Flocke Schnee dazu", konstatierte Mayr und vergab ein Kompliment an das Team um Pistenchef Isidor Grüner.

Vieles gleicht dem Szenario aus den Jahren zuvor, der Ruhe vor dem großen Ansturm. Doch gerade Letzterer wird heuer ausbleiben: Keine Zuschauer, zahlreiche Corona-Beschränkungen und trotzdem schwingt Erleichterung mit. „Ich bin froh, dass wir überhaupt ein Rennen haben“, sagt Damenchef Christian Mitter. Das letzte sei ja doch bereits einige Zeit her. Am 1. März war man zuletzt gegen die internationale Konkurrenz gefahren, dann war schlagartig Schluss gewesen.

Pistenchef Isidor Grüner.
© gepa

Die ÖSV-Riesentorläuferinnen schlossen sich ihrem Chef unisono an. „Und wer weiß, wie es danach weitergehen wird. Wie viele Rennen wir heuer überhaupt fahren können“, fragt sich Eva-Maria Brem, Österreichs bislang letzte RTL-Siegerin (Jasna, 2016). Jeder Tag, an dem man das machen könne, was man liebe, sei „sehr cool“.

Wie alle Jahre kommt der Sölden-Auftakt für einige auch noch früh. „Heuer ja sogar noch eine Woche vorher“, stöhnt die Mauracherin Ricarda Haaser, die sich nach einem Bandscheibenvorfall zurückkämpft, aber starten wird. Die Zillertalerin Stephanie Brunner (Kreuzbandriss, August 2019) und Wahl-Innsbruckerin Bernadette Schild (Kreuzbandriss, Sölden 2019) lassen ihre Starts hingegen noch offen. „Ich habe mich noch nicht entschieden“, vertröstet Brunner. Umso mehr freut sich bereits Lokalmatadorin Franziska Gritsch, im Vorjahr Siebente – wenn auch mit einem weinenden Auge, wegen der fehlenden Zuschauer: „Das wird heuer sicher bitter, die Fans sind leider alle daheim. Die Atmosphäre wird also sicher ganz anders sein.“

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Erste Vorboten auf das, was in der kommenden Saison neben einem Ständer mit Desinfektionsmittel am Start auf die Rennläufer zukommt, gab es bereits. Über 100 Corona-Tests absolvierten die ÖSV-Damen in den letzten Monaten. „Bei mir allein waren 14 oder 15“, sagt Cheftrainer Mitter. Getrennte Gruppen, Sicherheitsabstände, Maskenpflicht und am Gletscher bittet heuer niemand um Autogramme. „Es gibt keinen Publikumsskilauf. Jeder, der hier oben ist, hat einen negativen Test vorzuweisen. Arbeitsquarantäne und, und, und ...“, zählt Pistenchef Grüner auf und ergänzt nach einer kleinen Pause: „Wir sind die erste große Wintersportveranstaltung, also eine richtungsweisende. Alle schauen auf uns.“


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