Super-Volley-Wochenende: Drei Derbys an drei Tagen

Das gab es noch nie: Alle sechs Tiroler Volleyballklubs der ersten und zweiten Bundesliga messen sich ab dem heutigen Freitag aneinander.

Drei Tiroler Gastgeber, drei Tiroler Gäste – am Sonntag erwartet der VC Tirol (Bild) die TI, heute Inzing die TI 2 und morgen Mils Hypo.
© gepa

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Spezielle Namen wie „El Classico“ oder „Revierderby“ tragen die Lokalduelle im Tiroler Volleyballsport nicht. Dieser Tage dürfte man einen solchen Begriff aber gleich dreimal auspacken: Am heutigen Freitag (SZ Zirl, 20.15 Uhr) treffen in der zweiten Damen-Bundesliga SU inzingvolley und TI 2 aufeinander, am Samstag (VS Mils, 19 Uhr) folgt das Zweitliga-Herren-Spiel zwischen Mils und Hypo Tirol und am Sonntag (Landessportcenter, 18 Uhr) dann der Klassiker unter den Volleyball-Duellen, das Stadtderby in der Women Volley League zwischen VC Tirol und TI-abc-fliesen-volley – die 54. Auflage.

„Drei Derbys an drei Tagen – an so etwas kann ich mich überhaupt nicht erinnern und jetzt habe ich doch ein paar Jahre im Volleyball erlebt“, sagt Therese Achammer (78) und schmunzelt dabei: „Es hört sich aber gut an.“

Die Vorgaben für alle drei Spiele bzw. sechs Mannschaften könnten allerdings angenehmere sein: Die Corona-Maßnahmen zwingen zur Zuschauer-Beschränkung. Besonders bitter für die Bundesliga-Damen am Sonntag: Es dürfen nur rund 100 Zuschauer vor Ort dabei sein. Immerhin spielte man den Tiroler Schlager regelmäßig vor 300 bis 400 Zuschauern – im Landessportcenter, in der USI-Halle liegt der Rekord sogar bei 750. „Werbung müssen wir also nicht machen, sondern beschränken“, versucht es VCT-Obfrau Achammer locker zu nehmen. Dazu kommt, dass man bei allen Fieber misst und sie registriert: „Wir müssen streng sein, weil es immer wieder Leute gibt, die sich leider nicht an die Abstandsregel halten.“

Bei der TI hatte man sich deshalb zuletzt einer speziellen „Werbetrommel“ bedient, Kartons mit Sponsoren-Logos, um den nötigen Meter auch räumlich herzustellen. Der VCT setzt am Sonntag indes auf eine Art Schachbrettmuster. „Gute Idee“, wie Tirols Volleyballverbandspräsident Hans Kotek findet. Vor allem, weil nach dem Ausschluss von Zuschauern bei einigen Partien der ersten Handball-Bundesliga den Volleyballern Ähnliches droht: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es auch bei uns so weit sein wird.“ Maßnahmen könnten zwar gesetzt werden, die Umsetzung sei aber nicht immer leicht, deshalb begrüße er solche Ideen.

Nur 22 TI-Fans dürfen dabei sein

Der Präsident selbst wird sich zwei der drei Spiele, das heutige und jenes am Sonntag, ansehen. Sogar mehr als das: Kotek pfeift als Schiedsrichter. „Also in ganz neutraler Rolle“, sagt er schmunzelnd. Im Prinzip seien Derbys zwar Matches wie alle anderen, für gewöhnlich seien aber mehr Emotionen im Spiel: „Eine gute Partie für mich ist, wenn man als Schiedsrichter nicht auffällt.“

Doppelt trifft es am Wochenende auch TI-Obmann Michael Falkner, mit der zweiten Mannschaft heute und der ersten dann am Sonntag. Nur 22 TI-Fans dürfen aber etwa beim Erstliga-Derby gegen den VCT dabei sein: „Wir machen das nach dem Prinzip ,first come, first serve‘“, erklärt der Obmann grinsend: „Ich werde also dabei sein, wenn ich eine Karte ergattere.“ Aber man könne die Spiele ja ohnehin via Livestream des Verbandes (volleynet.at) verfolgen.

Sportlich dürften alle drei Partien spannende werden. Inzing hat heute mit zwei Siegen aus drei Spielen leicht die Nase vor der TI 2, die noch ohne Sieg, aber bei zwei Punkten hält. Bei den Herren am Samstag geht es für die Hypo-Herren darum, ihre weiße Weste zu verteidigen (2 Spiele, 6 Punkte, während Mils als Gastgeber zur Tabellenspitze aufschließen könnte. Und beim Derby am Sonntag ist der Ausgang ohnehin meist offen. „Ich tippe auf einen Sieg für uns“, sind sich Achammer und Falkner einig – zumindest in dieser Sache.


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