Tour zur Leiner Alm: Nicht allzu weit, dafür aussichtsreich

Ob zu Fuß oder mit dem Mountainbike – die Leiner Alm (1823 m), hoch über dem Pitztal und unweit des Skigebiets Hochzeiger gelegen, bietet sich perfekt für einen Herbstausflug an. Bis Sonntag ist die Alm noch geöffnet.

Während des Aufstiegs genießt man immer wieder den Blick in Richtung Tschirgant.
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Wald, Leins – Es war Liebe, die Christine Eiter, die Wirtin der Leiner Alm, vom Ötztal ins Pitztal gebracht hat. Einerseits die Liebe zu ihrem „Michl“, andererseits die Liebe eben zur Leiner Alm, auf der Christine seit sechs Jahren das Zepter schwingt. Als Hüttenwirtin musst du geboren sein. Oder besser gesagt: Es muss dir in Wiege gelegt werden. Und dies wurde es der gebürtigen Ötztalerin zu 100 Prozent. 27 Jahre lang führten ihre Eltern die Erlanger Hütte (Ötztal) und Christine ist quasi auf der Hütte groß geworden. Ein Jahr bewirtschaftete sie die Erlanger Hütte selbst, bis sie nach einem kurzen „Hütten-Intermezzo“ die Leiner Alm übernahm. Wir haben die 38-Jährige im Zuge unseres Tourentipps auf der Leiner Alm besucht und den „Goldenen Herbst“ auf der Alm genossen.

Viele Wege führen nach Rom, viele Wege führen auch zu Christine Eiter auf die Leiner Alm. Wir haben uns für den Fußmarsch vom Parkplatz Waldeck entschieden. Eine gemütliche Herbstwanderung über 650 Höhenmeter und rund vier Kilometer.

📽️ Video | Tourentipp - Leiner Alm

Und so kommt man hin: Vom Ortsteil Wald im Pitztal führt eine Asphaltstraße hinauf bis zum kostenfreien Parkplatz kurz vor der Jausenstation Waldeck. Dort folgen wir zunächst ein Stück der Forststraße, bis wir auf einen markierten Steig abzweigen. Vorbei an der Hilderboden Kapelle, gleicht der Steig zunächst im Wald noch einem gemütlichen Spaziergang.

Langsam, aber doch wird es steiler und beschwerlicher. Serpentinenartig schlängelt sich der Pfad zwischenzeitlich nach oben. Aber keine Angst: Die Tour ist maximal ob einiger kleiner Abschnitte als mittelschwierig einzustufen und auch mit älteren Kindern problemlos zu meistern. Uns an den gelben Hinweisschildern orientierend, rücken wir der Leiner Alm näher und näher.

Während des Aufstieges öffnen sich durch den lichter werdenden Wald immer wieder herrliche Blicke ins Imster Becken, zum Muttekopf oder zum Tschirgant. Wir haben es fast geschafft. Vor uns ist die Alm zu sehen, die wir nach gut 1,5 Stunden erreichen.

Die Leiner Alm wird von Christine Eiter bewirtschaftet.
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Mit einem freundlichen „Griaß enk“ werden wir von Christine und „Michl“ auf der Alm begrüßt und nehmen in der kleinen, aber feinen Gaststube Platz. Auf der Terrasse laden mehr Plätze zum Verweilen ein, aber ob der herbstlichen Temperaturen auf 1823 Metern bevorzugen wir es, im Inneren den Einkehrschwung zu machen. Ein wärmender Kachelofen trägt zu unserem Wohl wesentlich bei.

Die Speisekarte spricht für sich. Ob Knödel, Kaiserschmarren oder typische Almgerichte – wer gut essen will, der kommt auf der Leiner Alm definitiv auf seine Kosten. „Alle Produkte, die auf der Alm verkauft werden, stammen aus regionalen Betrieben“, erklärt uns die Hüttenwirtin. Das Brot wird von Christines Mama gebacken, das Fleisch liefert ihr Bruder. Regionalität wird hier großgeschrieben.

Nicht nur die Qualität der Speisen spricht für die Leiner Alm. Die Aussicht, der Ausblick und das Panorama sind wunderschön. Und das, obwohl der Aufstieg nur rund 650 Höhenmeter umfasst. Speziell der Tiefblick nach Imst spricht für sich. So angenehm sich dieser Herbstausflug auf die Leiner Alm auch gestaltet hat, irgendwann ist es an der Zeit, Christine und „Michl“ „Pfia­t enk“ zu sagen. Entlang der Aufstiegsroute geht’s zurück zum Parkplatz Waldeck.

Hier heroben liegt einem das Imster Becken zu Füßen.
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Der Besuch der Leiner Alm ist auch für Mountainbiker äußerst lohnenswert. Mit Ausgangspunkt Waldeck ist die Mountainbike-Tour Nummer 6019 als offizielle Mountainbike-Strecke ausgeschildert. Am besten ist es aber, die Strecke gegen den Uhrzeigersinn zu fahren. Also zuerst in Richtung Leins und von dort zur Leiner Alm. Dabei gilt es rund 15 Kilometer und 740 Höhenmeter zu bewältigen. Übrigens: Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, kann seinen Akku auf der Alm aufladen – eigenes Ladekabel vorausgesetzt.

Und weil alle Wege nach Rom führen und viele Wege hinauf zur Leiner Alm, so gibt es auch die Möglichkeit, mit Hilfe der Bergbahnen Hochzeiger zur Alm zu gelangen. Man fährt hinauf bis zur Mittelstation und wandert von dort hinunter bis zur Alm. Nach dem Einkehrschwung geht’s in einer gemütlichen Wanderung bis zur Talstation der Hochzeiger Bergbahnen zurück. Zeitaufwand: rund drei Stunden.

Fazit: Der „Goldene Herbst“ lädt förmlich dazu ein, die Leiner Alm zu besuchen. Ob mit dem Bike oder zu Fuß. Mit 650 Höhenmetern ist dieser Ausflug auch nicht allzu weit. Viele höhere Berghütten mussten ob des Wintereinbruches vor zwei Wochen frühzeitig ihre Pforten schließen, die Leiner Alm hat noch bis inklusive 11. Oktober geöffnet. Im Winter ist die Alm geschlossen.

Wem die Almenwanderung zu wenig ist, der erreicht in rund 1,5 Stunden, von der Alm aus, das Leiner Kögele. In diesem Sinne: einen schönen Herbstausflug hinein ins Pitztal und zu Christine und hinauf zur Leiner Alm! (flex)

© TT

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