Konzertreihe musik+: Im Rausch der Emotionen

Der Konzertreihe musik+ der Galerie St. Barbara geht als Ersatz für das Osterfestival ein Oktoberfestival voraus.

Die gefeierte Salzburger Tanzcompany Bodhi Project zeigt „Routes“, eine Choreographie von Guy Nader und Maria Campos.
© Mueller

Von Ursula Strohal

Hall – Er gehört wohl zu ihren treuesten Interpreten. Markus Hinterhäuser spielt die Klaviersonaten von Galina Ustvolskaya. Dieses zwischen heftigster Wut und Spiritualität zerrissene Werk, das nicht nur Pianisten, auch die Zuhörer an ihre Grenzen bringt. „… im Rausch der Emotionen“ ist ein treffliches Motto dafür. Markus Hinterhäuser, schon in jungen Jahren von der Galerie St. Barbara gefördert, wagt den pianistischen Parforceritt am 20. Oktober im Haller Salzlager nach nervenzehrenden Monaten, die er als Intendant der Salzburger Festspiele durchgestanden hat.

Das Lied von der Veranstaltungsproblematik in Corona-Zeiten kennt auch Hannah Crepaz, die das Osterfestival Tirol knapp vor dem Start absagen musste. Nun wird ein Oktober Festival Tirol daraus. Die Musikschiene setzt die Lauten-Legende Hopkinson Smith fort mit seelenberuhigender Musik u. a. von Monteverdi und Dowland. Seine Partnerin ist die Mezzosopranistin Tanja Vogrin.

„Er ist ein offener, kritischer Denker. Bezüge zu Gesellschaft und politischem Geschehen gehören bei ihm dazu. Einer der wichtigen Komponisten unserer Zeit“, sagt Hannah Crepaz über Johannes Maria Staud, dem am 30. und 31. Oktober mit dem Ensemble Phace ein Porträt gewidmet sein wird. Der erste Abend bringt Staud-Werke von Solo bis Trio, dazu Musik von Núria Giménez Comas, Lorenzo Troiani und Toru Takemitsu, der zweite Abend die Uraufführung des Auftragswerks „Am Horizont“ von Staud und den „Lichtbogen“ von Kaija Saariaho.

Nachgeholt wird am 23. Oktober im Salzlager „Routes“, eine Choreographie von Guy Nader und Maria Campos für die Salzburger Tanzcompany Bodhi Project. Den November rahmen spannende Literaturbegegnungen mit Hamed Abboud und Franz Hammerbacher (2.) sowie Aleida Assmann und Max Czollek (30.).

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Der mystische Auftakt der saisonalen Reihe musik+ am 27. Oktober im Salzlager gehört Jordi Savall und seinen Partnern mit christlicher, jüdischer und muslimischer Musik des Mittelmeerraumes. „Der Stern des Orients“ wird mit dem Ensemble Unicorn zu Weihnachten aufgehen und Silvester wie üblich still gefeiert. Weiters bringen Lorenzo Ghielmi auf Kuen-Cembali, das Collegium 1704 und die Musiker von A nocte temporis Alte Musik, das Edding Quartett und Bariton Konstantin Krimmel (Spät-)Romantik, „Zukunft.Musik“ gilt für das Ensemble between feathers und Jean-Guihen Queyras mit Partnern. Dem spannenden Projekt „Passion bis heute“ widmen sich mit ihren frischen Ideen Sarah Nemtsov, Zeynep Gedizlioglu und Amr Okba. Spektakulär auch Igor Levit und das Hagen Quartett im Juni 2021 mit Dmitri Schostakowitsch.

Alle Infos: osterfestival.at


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