Drei Screening-Stationen: Nervosität wegen Tests im Ötztal

Das Angebot von drei Screening-Stationen im Ötztal macht so manchen Sölder nervös. Vor allem, weil in einer Woche der Alpine Ski-Weltcup in Sölden startet.

Im Ötztal werden wöchentlich Screenings angeboten. Manche sehen darin den Aufruf zu Massentests.
© Böhm Thomas

Sölden – Jeden Donnerstag werden in Oetz und Sölden sowie an jedem Dienstag und Freitag in Längenfeld Corona-Tests angeboten. Für Beherbergungsbetreiber und ihre Mitarbeiter sind sie gratis, da sie der Bund zahlt. Einheimische und Gäste müssen 85 Euro berappen. Gestern startete das Programm – und die Information dazu seitens der Gemeinde Sölden etwa machte einige Vermieter nervös. „Eine Woche vor dem perfekt organisierten Weltcup-Auftakt finde ich das alles andere als gut“, meint etwa Vermieter und Gemeinderat Stefan Brugger. Und er sieht sich nicht allein mit dieser Meinung. Außerdem war im Infoschreiben von drei Infizierten in Sölden die Rede, obwohl das Dashboard des Landes nur einen aufweise.

BM Ernst Schöpf betont, dass die Information nur die Möglichkeit zum Test beinhalte. Brugger interpretiert das aber als Aufruf zum Massentest. Dabei beruft er sich auf die Meinung des Innsbrucker Internisten Günter Weiss, dass zu viel getestet werde bzw. der Test klinisch teils keine Relevanz habe.

„Diejenigen Betriebe, die jetzt vor dem Weltcup aufgesperrt haben, haben ihre Leute getestet“, meint dazu Seilbahner und TVB-Aufsichtsratschef Jakob Falkner. Vor der Saison und bei Symptomen sei das Abklären auch okay, „aber im Nachhinein regelmäßig zu testen, das ist für mich nicht unbedingt das Wahre“.

„So ein Test ist eine Momentaufnahme“, meint auch der Wirtschafter im Gemeinderat, Helmut Falkner. Er betont auch die Problematik, dass nach einem positiven Test plötzlich drei bis fünf Leute mitbetroffen sind. Vom Weltcup-Auftakt kommende Woche erhofft er sich hingegen wieder tolle Bilder, die Lust auf den Winter machen. Der Weltcup sei sicher, die Athleten müssen negativ getestet anreisen, es gibt auch kein Publikum. Einen allgemeinen Aufruf zum Testen würde er skeptisch sehen.

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„Das Testen ist derzeit das große Programm“, meint hingegen BM Ernst Schöpf. Von den drei positiven Ergebnissen stammen zwei aus dem Weltcup-Tross, erklärt er die Diskrepanz zwischen Dashboard und Gemeinde-Info, die auf Bitte des TVB herausgegeben wurde.

Dass es zu wenig Eigeninitiative in Sölden im Umgang mit Covid im Winter gebe, wie Brugger meint, weist Schöpf zurück: Es gehe in erster Linie um Verhaltensregeln. „Und wir wollen, dass hinter Aschbach kein Coronavirus ins Tal kommt“, gibt er das erklärte Ziel von Gemeinde und TVB vor. (pascal)


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