Kitzbüheler Fischer schlagen Alarm: Fischotter fressen Ache leer

Der Bestand der Bachforelle in der Großache ist als dramatisch einzustufen. Kitzbühels Bezirksfischer schlagen Alarm und fordern Maßnahmen von der Politik.

Die putzig anzusehenden Fischotter sorgen im Bezirk Kitzbühel für einen dramatischen Rückgang beim Fischbestand.
© Mair

Von Michael Mader

Kitzbühel – Eine Fischbestandsuntersuchung vom Institut für Gewässerökologie brachte ans Licht, was die Revierbesitzer und Fischer im Bezirk Kitzbühel in den vergangenen Jahren mit Argusaugen verfolgten: Der Bestand der Bachforelle in der Großache ist als dramatisch einzustufen, auf sieben Kilometern Untersuchungsstrecke wurden nur sieben Forellen entdeckt. Aber auch bei den laichfähigen Äschen beträgt der Rückgang seit dem Jahr 2012 ganze 82 Prozent. Die Fischbestände seien massiv bedroht, sind sich nicht nur Johann Obernauer, Obmann des Revierausschusses Kitzbühel, und sein Stellvertreter Emilio Stock einig.

Eines der Hauptprobleme sei laut Stock die Strukturarmut der Gewässer: „Die Ache ist auf weite Teile in ein enges Korsett gezwängt. Hinzu kommt das Einbringen von Räumschnee im Winter und der Schutz von fischfressenden Kormoranen und Gänsesägern.“ Das alles bringe die Fischbestände seit langer Zeit unter Druck. Doch so schlimm wie in den vergangenen zwei bis drei Jahren war es noch nie. Verantwortlich dafür machen die Fischer eine große Fischotterpopulation an der Ache. „Bei einem Fischottermonitoring mit speziell ausgebildeten Losungsspürhunden wurden zwischen St. Johann und Kössen mehr als 50 Fischotterlosungen entdeckt, obwohl diese nur kurze Zeit nachweisbar sind. Mittlerweile wurden aber auch Sichtungen und Beweise in Fieberbrunn, Oberndorf, Kitzbühel, Reith und anderen Orten des Bezirks gemacht“, sagt Obernauer.

Das besonders Fatale: Jeder Fischotter frisst bis zu einem Kilogramm Fisch pro Tag, aber auch Krebse, Muscheln, Frösche usw. „Ganz viele Fische werden aber auch nur angefressen. In Wahrheit müssen wir uns überlegen, wo in Tirol geeignete Lebensräume für den Fischotter sind und ihn dann umsiedeln“, erklärt Stock. Auch für Obernauer heißt es sofort handeln: „Die Politik muss auch Zivilcourage beweisen und darf sich nicht drücken.“

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