Corona-Ampel: Die Inntalfurche blinkt jetzt gelb-orange

Die Zahlen der positiv Getesteten steigen, die Ballungsräume sind aktuell Corona-Problemzonen. Jetzt leuchtet auch Innsbruck-Land orange.

Die Zahlen der positiv Getesteten steigen, die Ballungsräume sind aktuell Corona-Problemzonen.
© Jakob Gruber

Innsbruck – Runter mit den Infektionszahlen. Der Appell von LH Günther Platter (ÖVP) verhallt allerdings derzeit. Täglich um die 100 positiv Getestete wirken sich auch auf die Corona-Ampel aus. Der Großraum Innsbruck ist jetzt orange, ab heute kommt nämlich der Bezirk Innsbruck-Land dazu. Sonst hat sich nichts verändert. In der Inntalfurche haben sich vermehrt Cluster gebildet. Neben der Landeshauptstadt sind Zirl, Völs, Hall und Wattens die Hotspots. Rum, Absam, Telfs oder Schwaz folgen gleich dahinter.

Zuletzt meldeten Alten- und Pflegeheime ebenfalls wieder vermehrt Ansteckungen. Aber gerade alte und betagte Menschen gilt es seit Beginn der Krise zu schützen, auch in Hinblick auf die Spitalkapazitäten. Infektionsherde im Kreis von Personen mit Migrationshintergrund bereiten den Experten darüber hinaus seit Wochen Sorgenfalten. Weil dort meist mehrere Familien unter einem Dach wohnen, breiten sich die Virus-Übertragungen dann vielfach generationenübergreifend aus.

Beim Gespräch mit den Vertretern der Religionsgemeinschaften am Mittwoch wurde dies offen angesprochen und zugleich zu großer Vorsicht bei religiösen Feiern geraten. Für Allerheiligen und Allerseelen arbeitet die Diözese Innsbruck zurzeit an Verhaltensregeln, weil alles im Freien stattfindet, wird es keine Beschränkungen geben. Nach Corona-Fällen bei den auf Herbst verschobenen Erstkommunionen wurden diese jetzt durchwegs abgesagt.

Trotz der zuletzt negativen Entwicklung und der bisweilen angespannten Situation will der Einsatzleiter des Krisenstabes in Tirol, Elmar Rizzoli, keine Hektik aufkommen lassen. "74 Prozent der Ansteckungen lassen sich nachvollziehen und aufklären. Das ist eine entscheidende Messlatte in der Risikobewertung." Für den Bezirk Landeck liege die Kontaktnachverfolgung sogar bei 80 Prozent. "Deshalb waren die Spekulation, dass Landec­k auf der Corona-Ampel rot leuchten könnte, heillos überzogen." Zwar seien die 7-Tages-Fallzahlen sehr hoch, doch die Risikoanalyse habe das wieder relativiert.

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Nach Innsbruck und Innsbruck-Land verzeichneten Schwaz und Kufstein gestern die höchsten Anstiege. Wie geht es jetzt bei den Maßnahmen weiter? Nächste Woche wird die Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr evaluiert, bisher hat sie sich nicht wirklich ausgewirkt. Es ist damit zu rechnen, dass es Änderungen geben wird. Vor allem Osttirol und das Außerfern pochen auf Ausnahmen, eine generelle Verlängerung auf 23 Uhr wird überlegt. (pn)


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