ÖBB investieren 17,5 Mrd. Euro als „Medikament für das Klima“

Die Rekordinvestitionen der ÖBB sollen Bahnfahren attraktiver als andere Verkehrsmittel machen. Pandemie kostete Bahn ein Drittel des Umsatzes.

Ministerin Leonore Gewessler und ÖBB-Chef Andreas Matthä wollen die Bahn attraktiver machen.
© bmk

Wien – 17,5 Milliarden Euro schwer ist der neue Rahmenplan der ÖBB für 2021 bis 2026. Damit erreichen die Investitionen der Bahn für die kommenden sechs Jahre ein neues Rekordniveau. Zum Vergleich: Das vorangegangene Rahmenprogramm (2018 bis 2023) umfasste Investitionen in der Höhe von 13,9 Mrd. Euro. Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) sieht die Bahn als eines der wichtigsten Mittel zur Erreichung der Klimaziel. Die Bahn solle zum attraktivsten Verkehrsmittel in Österreich werden, sagte die Ministerin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ÖBB-Vorstandschef Andreas Matthä.

„Gegen Corona wird es eine Impfung geben, gegen den Klimawandel nicht.“ Die Rekord­investitionen der ÖBB seien ein „starkes Signal im Kampf gegen den Klimawandel“ und ein „Medikament für die Wirtschaft“ in Zeiten der Corona-Krise“, sagte Matthä.

Mit 3,5 Mrd. Euro erhält Tirol den größten Brocken unter den Bundesländern. Davon verschlingt der Bau des Brennerbasistunnels die größte Summe. Aber auch in den Ausbau des Nahverkehrs, zusätzliche Park-&-Ride-Anlagen und die Modernisierung von Bahnhöfen wird investiert.

Der neue Rahmenplan umfasst österreichweit mehr S-Bahnen in und rund um die Städte. Weiters werden Regionalbahnen attraktiviert und die Elektrifizierung vorangetrieben. Auch Digitalisierung und Effizienzsteigerung sollen weiter intensiviert werden. Von den 17,5 Mrd. Euro fließt rund ein Drittel in Tunnelprojekte. Weitere Schwerpunkte: Lärmschutz, Bahnhofsumbauten und Streckenausbauten.

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Beim 1-2-3-Ticket wird zunächst nur die dritte Stufe, das österreichweite Öffi-Ticket, kommen, der Bund prescht also vor. Die Finanzierung für das „Dreier-Ticket“ sei gesichert, man wolle im ersten Halbjahr 2021 damit starten, erklärte Gewessler. Für die Realisierung der ersten und zweiten Stufe sei man in intensiven Gesprächen mit den Ländern.

Infolge der Corona-Pandemie sind die Passagierzahlen bei der Bundesbahn von Jänner bis September um 37 Prozent eingebrochen, der Güterverkehr ist um 10 bis 15 Prozent gesunken. (ecke)

ÖBB investieren Rekordsumme in Bahnnetz

Ausbau Nahverkehr: In Ballungsräumen sollen künftig mehr S-Bahnen zum Einsatz kommen und Taktungen kürzer werden. In Tirol profitieren der Großraum Innsbruck und Osttirol.

Elektrifizierung Regionalbahnen: 1,2 Mrd. Euro fließen in die Modernisierung von Regionalbahnen samt Elektrifizierung.

Güterverkehr: 530 Mio. Euro zusätzlich für den Güterverkehr sollen mehr Waren von der Straße auf die Schiene bringen.

Digitalisierung: Die Automatisierung des Bahnbetriebs soll die Pünktlichkeit erhöhen und Kosten senken.

Investitionen der ÖBB in Tirol: 
Insgesamt fließen 3,5 Mrd. Euro nach Tirol. Schwerpunkte sind:
- Bau Brennerbasistunnel plus Planung des Nordzulaufs
- Nahverkehrsausbau Osttirol inkl. Bahnhofsausbau Lienz
- Erhöhung der Park-&-Ride-Stellplätze in Tirol von 5541 auf 7031
- Bahnhofsumbau Schönwies und Schwaz
- Errichtung zusätzlicher und Umbau bestehender Bahnhöfe um Innsbruck
- Güterverkehrsausbau Wörgl
- Modernisierung Verschiebebahnhof Hall in Tirol.

In Planung ist die Kapazitätsoptimierung im Oberland, Bahnhofsumbau Imst-Pitztal.


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